17.12.2008
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Milliardenbetrug

Madoff muss Fußfessel tragen

Von Susanne Amann

2. Teil: Madoffs Nichte heiratete einen SEC-Mitarbeiter

Nun drang auch an die Öffentlichkeit, dass Madoffs Nichte Shana 2007 einen ehemaligen ranghohen SEC-Mitarbeiter heiratete. Der Beamte Eric Swanson sei 1999 und 2004 an Überprüfungen von Handelsaktivitäten bei Madoffs Firma beteiligt gewesen, sagte die Chefin der SEC-Inspektionsabteilung, Lori Richards, dem "Wall Street Journal".

SEC: Dreimal wurde Madoffs Firma untersucht, nie fiel den Beamten etwas auf
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Getty Images

SEC: Dreimal wurde Madoffs Firma untersucht, nie fiel den Beamten etwas auf

Swanson hatte die SEC im Jahr 2006 verlassen. Nach Angaben eines Swanson-Vertreters begann die Beziehung mit Madoffs Nichte auch 2006, so die Zeitung. Sie arbeitete in Madoffs Firma als Compliance-Juristin - war also für die Einhaltung der Gesetze und Vorschriften zuständig.

Die SEC ist im Zuge der Finanzkrise seit längerem massiv unter Druck. Kritiker werfen der Behörde und Cox selbst mangelnde Kontrolle vor. Der SEC-Chef steht früheren Berichten zufolge ohnehin kurz vor seinem Abschied von der SEC. Behördenvertretern zufolge könnte es viele Monate dauern, mehr Licht in den Skandal zu bekommen. Auch das genau Ausmaß des Betrugs ist weiterhin offen. Cox sagte, nach bisherigen Erkenntnissen habe Madoff Investoren und Aufseher mit gefälschten Papieren getäuscht.

Der jahrzehntelang angesehene Wall-Street-Manager und Aktienbroker Madoff soll den Riesenschwindel über den abgeschotteten Investmentarm seiner Firma betrieben haben. Er selbst behauptet, allein agiert zu haben. Beim Schneeballprinzip werden die versprochenen hohen Renditen mit dem Geld immer neuer Investoren bezahlt. Wenn nicht mehr genug Neueinsteiger gefunden werden, um Renditen an die zuvor Eingestiegenen abzuliefern, platzt das System.

Bis zuletzt versuchte Madoff dem "Wall Street Journal" zufolge, neue Kunden zu finden. Er habe seit Mitte November auch eine der reichsten US-Familien umworben, die Pritzkers, die unter anderem die Hyatt-Hotelkette kontrollieren. Das Betrugssystem soll aus den Fugen geraten sein, als Anfang Dezember ein Investor sieben Milliarden Dollar zurückforderte. Um wen es sich dabei handelt, wurde bisher nicht bekannt.

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