Von Susanne Amann
New York - Er ist auf freien Fuß gesetzt worden - doch jeder seiner Schritte wird überwacht: Ein US-Gericht hat den unter Betrugsverdacht stehenden Investor Bernard Madoff zwar gegen Kaution vorerst freigelassen, aber er muss eine elektronische Fußfessel tragen. Bei einer Anhörung am Mittwoch sollte Madoff zwei weitere Bürgen - neben seiner Frau und seinem Bruder - nennen, was ihm aber nicht gelang. Das Gericht legte deshalb die weiteren Auflagen gegen ihn fest: Madoff musste seinen Pass abgeben und muss sich nun von 19 bis 9 Uhr in seiner Wohnung in Manhattan aufhalten.
Seine Frau habe zudem zusätzliche Sicherheiten für die Kaution in Höhe von zehn Millionen Dollar erbracht, berichteten US-Medien am Mittwoch. Die Summe werde vor allem über Immobilien abgesichert, zu denen auch Madoffs Millionen-Appartement in New York zählt. Neben Madoff musste auch seine Ehefrau ihren Reisepass einreichen. Offenbar soll damit eine Flucht verhindert werden. Der Manager hatte den Schwindel US-Medien zufolge vergangene Woche seinen beiden in seiner Firma beschäftigten Söhnen gestanden.
Zeitgleich hat die US-Finanzaufsicht SEC schwere Fehler eingestanden. Mindestens seit 1999 sei mehreren konkreten Vorwürfen gegen den New Yorker Investmentmanager und sein gigantisches Schneeballsystem nicht ausreichend nachgegangen worden, räumte SEC-Chef Christopher Cox ein. Er äußerte sich "tief besorgt" und verschärfte eine interne Untersuchung. Nun sollen auch alle Kontakte von SEC-Mitarbeitern zu Madoff und seiner Familie geprüft werden.
In dem wohl größten Betrugsfall der Finanzgeschichte bezifferte Madoff selbst den Vorwürfen der Behörden zufolge den Schaden auf 50 Milliarden Dollar. Auch europäische Investoren und Banken sind massiv betroffen. Von deutschen Häusern sind noch keine größeren Ausfälle bekannt.
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