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14.11.2008
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US-Eliteunis

Die fetten Jahre sind vorbei

Von Christoph Titz

2. Teil: Die Efeuklasse zittert wie Espenlaub

Harvards Elite-Kollegen der sogenannten Ivy League (Efeuklasse) , eines Zusammenschlusses traditionsreicher Privatunis in den USA, werden es schwer haben - und zittern jetzt wie Espenlaub. Wie Harvard finanzieren sie rund ein Drittel ihres jährlichen Budgets aus dem Stiftungsvermögen der Uni.

Harvards Präsidentin Faust: Warnt vor einer schweren Zeit
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AP

Harvards Präsidentin Faust: Warnt vor einer schweren Zeit

Das Dartmouth College in New Hampshire gab jüngst bekannt, 220 Millionen Dollar verloren zu haben. Die Brown University in Rhode Island verhängte einen Einstellungsstopp; die Cornell University im Staat New York fror alle Bauvorhaben für 90 Tage ein und will bis Ende März kein neues Personal einstellen. Die Elite-Uni Stanford in Kalifornien, die nicht zur Ivy League gehört, kündigte an, ihr Budget um 45 Millionen Dollar zu kürzen.

Doch nicht nur die privaten Unis sind verwundbar, auch die öffentlichen Universitäten ringen derzeit mit der Krise. So hatte die University of Wisconsin bis Ende 2007 noch ein Vermögen von 1,8 Milliarden Dollar. Davon sind jetzt 18 Prozent futsch. Weil den Bundesstaaten in den USA außerdem die Steuereinnahmen wegbrechen, reduzierten etwa die Staaten Massachusetts und Arizona ihre Hochschulzuschüsse um 4 und 5 Prozent.

Auch auf Hawaii und in Kalifornien mussten die öffentlichen Hochschulen Einbußen hinnehmen. Die öffentlichen Universitäten bilden mit 17,5 Millionen Studenten den Löwenanteil des Akademikernachwuchses in den USA aus; insgesamt drei Viertel aller US-Studenten besuchen die etwas weniger teuren öffentlichen Hochschulen.

Studiengebühren werden steigen

Noch nicht auszumachen ist, wie weit die Spendenbereitschaft schwindet. Ihren Reichtum verdanken amerikanische Universitäten auch der immerwährenden Bereitschaft vieler Absolventen, die frühere Alma mater mit großzügigen Geldgeschenken zu verwöhnen. Die Wirtschaftskrise dürfte die Neigung der Alumni zumindest dämpfen, mit lockerer Hand Schecks zu unterzeichnen. Das gilt nicht nur für Privatspender, auch für Institutionen - und die Beträge aus dem Finanzsektor fallen besonders ins Gewicht.

Mit Sparen allein ist es nicht getan. Um die Verluste halbwegs wettzumachen, werden die US-Unis die Gebühren erhöhen - ob private oder öffentliche Hochschulen. In Arizona sollen die Studiengebühren im kommenden Jahr um satte 10 Prozent klettern. In Pennsylvania sind noch keine Kürzungen beschlossen, die Gebühren sollen an öffentlichen Unis dennoch um 4 Prozent steigen. Weil Eltern durch die Immobilien- und Kreditkrise viel Geld verloren ging, das sie für die Ausbildung ihrer Kinder fest eingeplant hatten, sollen sich nach einer Umfrage der Stipendienvermittlung MeritAid.com bereits jetzt 57 Prozent der künftigen Studenten nach günstigeren Colleges umsehen als zunächst geplant.

Ein Harvardstudium inklusive Unterkunft und Verpflegung kostet zwar heute schon 47.215 Dollar pro Jahr. Doch auch diese Gebühr (tuition) soll noch steigen, wenn auch "moderat", wie Präsidentin Faust in ihrer E-Mail ankündigte. Die Sorgen an der bestens ausgestatteten Elite-Universität sind so groß wie das Gesamtvermögen.

Wie die Tageszeitung "New York Times" berichtet, plante Harvard bislang ein milliardenschweres Bauvorhaben: Südlich des Charles River sollte ein Gelände mit einem Wissenschaftskomplex, einem Museum, Wohnungen, Parks und Plätzen entstehen. Dieses Ziel, aus der Universität eine eigene Stadt zu machen, liegt jetzt erstmal auf Eis.

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