Von Helmut Reich
Auch Michael Jordan brauchte seinen Coach
Susanne Müller berichtet über mangelhaftes Coaching beim Auslandsaufenthalt von Managern: "Durch 'Try & Error' müssen sich die meisten Expatriates im Ausland Ihren Weg zum Erfolg suchen, und das kommt sehr oft sowohl dem Einzelnen als auch dem Unternehmen teuer zu stehen - weil ein interkulturelles Coaching zur Vorbereitung auf Kultur, Mentalität und Geschäftskultur von den meisten Unternehmen nicht in Betracht gezogen wird. Meistens lässt man es bei einem Sprachkurs bewenden, und was das Wichtigste ist: die mitreisende Familie bleibt meistens außen vor", so die Unternehmensberaterin.
Annette Reissfelder vom ABR Management & Executive Coaching berichtet aus Ihrer Praxis. Meistens fängt sie das Coaching in klar begrenztem Umfang an, meist mit sechs Sitzungen. "Danach kommt es darauf an, wofür der Kunde Coaching weiter nutzen will. Je höher die Position, desto öfter nehmen Kunden mein Angebot unbefristet, aber mit größeren Abständen in Anspruch. Meist ist nach sechs Sitzungen aber Schluss - durchaus von mir angeregt. Meine Kunden sind zufrieden mit ihren bisherigen Ergebnissen und machen eine Pause. Manchmal melden sie sich nach ein oder zwei Jahren wieder."
Für Tatjana Tasan, Personalleiterin bei dem US-Unternehmen Elavon ist die allgemeine Bereitschaft, Geld und Vertrauen in eine völlig unbekannte Person oder Institution zu investieren, offensichtlich sehr hoch.
"Dies erstaunt mich sehr, insbesondere im Hinblick auf die sehr sensiblen Bereiche, denen sich ein Coachee seinem Coach gegenüber öffnen, ja fast offenbaren muss. Dies setzt ebenso voraus, dass unter Umständen vertrauliche Informationen zu Struktur und Aufbau eines Unternehmens preisgegeben werden müssen, damit der Coach seine Strategie überhaupt entwerfen kann." Wo sind die Personaler, die verantwortlich mit diesem Thema umgehen und qualifiziert unternehmensintern Coaching anbieten, fragt sich Tasan.
Buchautorin Sonja Becker schließt mit einem Vergleich zum Thema Coaching ab: "Michael Jordan spielte besser Basketball als sein Coach Phil Jackson - doch sie brauchten sich gegenseitig, um zu dem Erfolgsteam zu werden."
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