06.10.2008
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Medizin-Nobelpreis

Deutscher Krebsforscher geehrt

2. Teil: Impfung gegen Krebs

Wirksame Impfung gegen Krebs möglich

1983 und 1984 hatten zur Hausen und seine Mitarbeiter die bahnbrechende Entdeckung der den Gebärmutterhalskrebs auslösenden Papillomaviren gemacht. "Das liegt schon einige Zeit zurück", sagte zur Hausen jetzt. "Aber wir haben in der Folge sehr viel gearbeitet." Die entsprechende Arbeit veröffentlichte zur Hausen und seine Kollegen im Januar 1983 im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences". Der Fachartikel ist auf der Website des Magazins frei zugänglich.

Schutz vor Krebs: Der Impfstoff Gardasil
REUTERS

Schutz vor Krebs: Der Impfstoff Gardasil

Zur Hausen vermutete bereits vor mehr als dreißig Jahren einen Zusammenhang zwischen Infektionen mit humanen Papillomaviren und Gebärmutterhalskrebs. Anfang der 1980er Jahre konnte er mit seiner Arbeitsgruppe erstmals die Virentypen HPV 16 und HPV 18 aus einer Gebärmutterhalskrebsprobe isolieren.

Die Entdeckung dürfte bereits zahlreichen Frauen das Leben gerettet haben, denn sie hatte eine enorme Bedeutung im Kampf gegen den Gebärmutterhalskrebs. Im Oktober 2005 veröffentlichten Forscher die Ergebnisse einer klinischen Studie, in der ein Impfstoff getestet wurde. Das Ergebnis: Das Medikament namens Gardasil erreichte einen 100-prozentigen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs. Seit Mitte 2007 bieten die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland für alle Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren eine Dreimal-Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) an.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht Gebärmutterhalskrebs auf Platz fünf der Rangliste der tödlichsten Krebsarten bei Frauen. Nach Angaben des Nobel-Komitees wird der Krebs jedes Jahr bei weltweit rund 500.000 Patientinnen diagnostiziert. Nach Statistiken des Berliner Robert-Koch-Instituts erkranken Deutschland jedes Jahr rund 6200 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, rund 1700 sterben daran. Nur 61 Prozent der Frauen mit einem vollständig entwickelten Gebärmutterhalskrebs sind fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben.

Im vergangenen Jahr hatten sich die US-amerikanischen Forscher Mario Capecchi und Oliver Smithies sowie ihr britischer Kollege Sir Martin Evans den Medizinnobelpreis geteilt. Sie erhielten die Auszeichnung für ihre Arbeiten zur Genmodifikation bei Mäusen durch Nutzung embryonaler Stammzellen.

Der Träger des Medizin-Nobelpreises wird von 50 Professoren des Karolinska-Instituts bestimmt. Der erste Medizin-Nobelpreis war 1901 Emil von Behring für seine Arbeit über Serumtherapie zugesprochen worden.

Der Chemiker und Industrielle Nobel (1833-1896) hatte in seinem Testament festgelegt, dass alljährlich fünf Preise an Persönlichkeiten verliehen werden, "die im vergangenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben". Der Nobelpreis für Wirtschaft wird seit 1968 von der Sveriges Riksbank gestiftet.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und afp

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