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26.08.2008
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Expatriates

Heimkehrer als Außenseiter

2. Teil: Der zweite Kulturschock

Konzernkultur auf allen Ebenen kennenlernen

Wie bei Kai Jan Pika. Er war zwei Jahre lang Vorstandsassistent im Personalbereich der Axa und hatte anschließend im Rahmen des Qualitätsverbesserungsprogramms Six Sigma den "Black Belt"-Expertenstatus erworben, bevor er im Oktober 2004 zur Axa-Holding nach Paris wechselte. Dort kümmerte er sich anderthalb Jahre um die Personalorganisation des Six-Sigma-Programms: Mitarbeiter auswählen, Weiterentwicklungsbedarf bestimmen und organisieren. Anschließend bildete er als "Master Black Belt", also als Trainer für Six Sigma, weltweit selbst Mitarbeiter für das Programm weiter.

Schwierige Rückkehr: Nach dem Auslandsaufenthalt müssen sich viele akklimatisieren
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Schwierige Rückkehr: Nach dem Auslandsaufenthalt müssen sich viele akklimatisieren

Zurück in Deutschland leitet er von Juni 2007 an die Personalverwaltung in Berlin. Inhaltlich hat das nichts mit Six Sigma zu tun. Trotzdem nützt Pika seine Projekterfahrung. "Ich betrachte Prozesse heute anders und kenne und nutze die Möglichkeit, mit ihnen die Qualität für unsere Kunden zu verbessern", erklärt er. Außerdem bildet er Teammitglieder eines Six-Sigma-Projekts in seiner Abteilung aus.

Nützlich findet Pika außerdem, dass er seinen Arbeitgeber auf so vielen verschiedenen Ebenen kennengelernt hat. Er hat nun stets im Blick, woher ein Gesprächspartner kommt: von der Hauptverwaltung, einer Landesgesellschaft oder einer Sparte. "Dass ich den Konzern und die unterschiedlichen Führungs- und Kommunikationskulturen so gut kennengelernt habe, hilft mir zu erkennen, wo Dinge aneinander vorbeilaufen", erklärt er, "die Missverstehensmöglichkeiten sind vielfältiger als die Verstehensmöglichkeiten."

Dass die Axa Versicherung ihren entsandten Mitarbeitern stets einen Paten zur Seite stellt, erleichterte Pika das für alle Expatriates wichtige Kontakthalten zum Unternehmen. Er selbst hielt darüber hinaus intensiv Kontakt zu Familie, Freunden und wenigen befreundeten Kollegen. Wer keinen festen Kontaktpartner im Unternehmen hat, dem empfiehlt Jutta Boenig einen Kniff, um berufliche Netzwerke zu erhalten: alle zwei Monate mindestens einen privaten Bericht mit Kuriositäten aus dem Alltag vor Ort an die Kollegen schicken. "Irgendwas gibt es schließlich immer, das aus deutscher Perspektive skurril wirkt", sagt Boenig.

Der zweite Kulturschock

Nicht nur die beruflichen, auch die bei Expatriates sonst üblichen privaten Krisen blieben Kai Jan Pika erspart. Glück mit dem Timing: Er ging als Single nach Paris und lernte seine deutsche Frau dort kennen. Seine Rückkehr nach Deutschland war damit praktisch eine Familienzusammenführung, "das hat mir die Rückkehr schon sehr erleichtert".

Gerade Expatriates, deren Partner mitziehen und im Ausland beruflich aussetzen, bekommen schnell auch private Probleme. Vor Ort und auch nach der Rückkehr fehlen dem Partner oft Struktur und Perspektive. "In etwa der Hälfte der Fälle sind Probleme in Familie und Partnerschaft der Grund, dass eine Entsendung vorzeitig scheitert", berichtet Funke.

Viel gewonnen ist schon, wenn Rückkehrer überhaupt mit dem zweiten Kulturschock rechnen. Der gehört nämlich fest zum Programm und ist bei der Rückkehr mindestens so heftig wie beim Weggehen. Er fühlt sich aber oft schlimmer an, weil er unerwartet kommt. "Viele freuen sich ja nach ein paar Jahren schon wieder auf zu Hause", sagt Funke. Dass sich nicht nur ihr Arbeitsplatz, sondern auch ihr Zuhause plötzlich fremd anfühlt, das hatten sie nicht erwartet. Und setzen sich unter Druck, schnell wieder normal zu funktionieren und zu fühlen.

Dabei ist der Rückkehrschock nützlich, ist Funke überzeugt: "Selbst wenn ich ein Mittelchen dagegen wüsste - ich würde es nicht empfehlen." Schließlich sei die Krise das beste Zeichen, dass sich die Welt und man selbst weiterentwickelt hat - "das ist es ja, was man wollte." Ein guter Anlass für Heimkehrer und ihre Partner ist zu schauen, was sie beruflich und menschlich gelernt haben und wie sie das auch hier anwenden können.

Von Midia Nuri, Monster.de/Karriere-Journal

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