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22.07.2008
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Karriere

Burn-out - und dann?

2. Teil: "Konsequent Grenzen setzen"

"Konsequent Grenzen setzen"

"Allerdings sollte man auch nicht zu sehr ins Detail gehen. Wer den letzten Arbeitsplatz wegen Mobbings verlassen hat, könnte sonst beispielsweise die Befürchtung wecken, Probleme in das Team hineinzutragen", sagt Gulder. Es reiche, wenn man sage, dass man durch Stress und Überlastung krank geworden ist und dann eine Auszeit gebraucht hat.

Sport kann helfen: Persönliches Programm zur Wiedereingliederung
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DPA

Sport kann helfen:
Persönliches Programm zur Wiedereingliederung

Wichtig sei, dem potenziellen Arbeitgeber auch die Vorteile der durchstandenen Krise deutlich zu machen. "Man kann beispielsweise sagen, dass man durch den Zusammenbruch gelernt hat, besser auf sich zu achten, und dass man nun umso motivierter ist, mit frischem Elan in das Arbeitsleben einzusteigen", sagt Gulder.

Nicht jeden Arbeitgeber wird man damit überzeugen. "Man muss damit rechnen, dass man aufgrund dieser Krankengeschichte abgelehnt wird. Für viele Unternehmen ist eine Krise immer noch etwas Negatives", sagt Michalik. Allerdings sei zu beobachten, dass immer mehr Arbeitgeber begriffen, dass ein bereits krisenerfahrener Arbeitgeber unter anderem kompetenter darin sei, auf die Balance in seinem Leben zu achten, und daher weniger anfällig für weitere Zusammenbrüche sei.

Hat man eine passende Stelle gefunden, sollte man die bewusste Lebensgestaltung weiter beibehalten. "Um nicht wieder in alte Muster zurückzufallen, sollte man sich für den neuen Job ein persönliches Wiedereingliederungsprogramm aufstellen", rät Michalik. Darin könnten sportliche Aktivitäten oder Zeit für Freiräume festgehalten werden.

"Man sollte aber auch klare Regeln aufstellen, welche Fehler aus der Vergangenheit man nicht mehr wiederholen wird. Wer beispielsweise immer zu gutmütig war und den Kollegen ihre Arbeit abgenommen hat, sollte nun konsequent Grenzen setzen", sagt die Diplom-Psychologin. Sie hält es für sinnvoll, diese ersten Schritte zurück ins normale Berufsleben nicht alleine zu unternehmen, sondern sich für die ersten Wochen und Monate einen professionellen Coach an die Seite zu holen.

"Allerdings muss man damit rechnen, dass man diese Unterstützung aus eigener Tasche bezahlen muss, da man aus Sicht der Krankenkasse schon geheilt ist", sagt Michalik. Bei aller Ehrlichkeit dem Arbeitgeber gegenüber - den neuen Kollegen sollte man die persönlichen Probleme nicht gleich auf die Nase binden. "Ein Zusammenbruch ist ein sehr privates Thema, das man nicht schon in der Probezeit vor allen Kollegen detailliert ausbreiten sollte", sagt Gulder.

Von Maria Hilt, ddp

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