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04.07.2008
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Change Management

Umbau gegen die Mitarbeiter

Von Matthias Kaufmann

2. Teil: "Fast die Hälfte der Mitarbeiter bremst"

"Fast die Hälfte der Mitarbeiter bremst"

Der Mitarbeitermotivation messen sie den größten Einfluss zu. Das bekommt vor allem zu spüren, wer gänzlich unmotivierte Kollegen hat: "Fast die Hälfte der Mitarbeiter in deutschen Unternehmen hat sich von Veränderungsanforderungen zurückgezogen und wird tendenziell zu Bremsern", so ein alarmierendes Ergebnis der Studie. "Diese Gruppe ist doppelt so groß wie der Kreis derer, die den Veränderungsprozess aktiv vorantreiben."

Lego-Spielzeug: Ein Umbau im Unternehmen ist nicht nur eine Frage der Bausteine
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LEGO/ddp

Lego-Spielzeug: Ein Umbau im Unternehmen ist nicht nur eine Frage der Bausteine

Die herausragende Bedeutung von Motivation werden die meisten Chefs noch einsehen. Wie Motivation zu vermitteln ist, scheint aber vielen unklar zu sein. Es genügt eben nicht, nur den Erfolg einer Neuorientierung zu versprechen. Orientierung tut not, so die Forscher. In der Mehrzahl der Unternehmen fühle sich kein Manager dafür zuständig zu vermitteln, wie der Weg ans Veränderungsziel genau aussehen soll und an welcher Stelle sich Unternehmen und Belegschaft gerade befinden.

Über solche Aufgaben, so die organisatorische Kritik, besteht oft Uneinigkeit in den Führungsgremien. Und wenig ist so schädlich für ein Vorhaben wie der Eindruck, die Unternehmensführung sei selbst überkreuz. Bei den Gründen für ein Scheitern von Veränderungsprozessen befinden 56 Prozent der Befragten diesen Punkt für relevant oder entscheidend.

"Unzureichendes Engagement der Führungsebene"

Überhaupt haben die zentralen Misserfolgsfaktoren mit Widersprüchlichkeiten seitens des Managements zu tun. An erster Stelle wird "unzureichendes Engagement der oberen Führungsebenen" genannt - es ist ein Widerspruch, wenn die eigenen Chefs die Veränderungen nicht vorleben. Dann folgen "unklare Zielbilder" und in der gleichen Reihe werden außerdem "mangelnde Unterstützung von niedrigeren Managementebenen" und "wenig Vertrauen in der Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Führungskräften" genannt.

Wenn dann schon einiges schiefgeht, ist dieser Punkt besonders schlimm: Oft haben Führungskräfte kaum Erfahrung im Umgang mit der Verunsicherung der Mitarbeiter. Dieser Faktor steht in der Liste der gröbsten Mängel mit 56 Prozent auf Platz drei.

Es fehlt oft an der nötigen Selbstkritik des Managements, um solche Fehler zu vermeiden. Immerhin hat die Studie wohl bei einigen Führungskräften zu ausführlicher Reflexion geführt. Befragt wurden Manager aus gut 200 Betrieben mit mehr als 1000 Mitarbeitern. Mehr als die Hälfte der Befragten sind Vorstände, Geschäftsführer oder Bereichsleiter.

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