Von Felix Rohrbeck
Während der dritte Platz weniger überraschend an Microsoft-Gründer Bill Gates geht, steht auf dem vierten Platz wieder ein gelernter Journalist: Malcom Gladwell ist Autor der beiden Bestseller "Tipping Point" und "Blink - Die Macht des Moments". Letzterer beschäftigt sich mit der Rolle der Intuition bei der Entscheidungsfindung unter Zeitdruck - gerade für Manager also eine höchst bedeutsame Materie. Glaubt man Gladwell kann man durch seine Intuition innerhalb von zwei Sekunden manchmal mehr über eine Sache lernen als durch monatelange Studien.
| Die 20 einflussreichsten Wirtschaftsvordenker | ||
| Rang | Name | Tätigkeit |
| 1 | Gary Hamel | Berater |
| 2 | Thomas L. Friedman | Kolumnist "New York Times" |
| 3 | Bill Gates | Microsoft-Gründer |
| 4 | Malcolm Gladwell | Autor von "Blink" |
| 5 | Howard Gardner | Harvard-Professor |
| 6 | Philip Kotler | Marketingprofessor |
| 6 | Robert B. Reich | Ehemaliger amerikanischer Arbeitsminister |
| 8 | Daniel Goleman | Psychologe |
| 9 | Henry Mintzberg | McGill-Professor |
| 10 | Stephen R. Covey | Autor "Sieben Wege zur Effektivität" |
| 11 | Jeffrey Pfeffer | Stanford-Professor |
| 11 | Peter M. Senge | Autor "Die fünfte Disziplin" |
| 13 | Richard Branson | Gründer von Virgin |
| 14 | Michael E. Porter | Harvard-Professor |
| 15 | Michael S. Dell | Gründer von Dell |
| 16 | Geert Hofstede | Kulturwissenschaftler |
| 17 | Clayton M. Christensen | Harvard-Professor |
| 18 | Jack Welch | Früherer CEO von General Electric |
| 18 | Tom Peters | Autor "Auf der Suche nach Spitzenleistungen" |
| 20 | Myron S. Scholes | Wirtschaftsnobelpreisträger |
| 20 | Ikujiro Nonaka | Hitotsubashi-Professor |
| Stand: Mai 2008 Quelle: Wall Street Journal |
||
Auch auf dem fünften Platz findet sich ebenfalls kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern ein Psychologe. Howard Gardner, 64, ist bekannt geworden mit seiner "Theorie der multiplen Intelligenzen". Der Sohn deutscher Emigranten, die 1938 vor den Nazis nach Amerika flohen, kritisiert die Auffassung, es gäbe nur eine einzige Intelligenz, die mit psychometrischen Standardinstrumenten gemessen werden könnte. Seiner Auffassung nach gibt es mindestens acht verschiedene Intelligenzen. Nebenbei beschäftigt sich Gardner auch mit ethischen Themen - etwa mit der Verantwortung von Unternehmen für die eigenen Mitarbeiter am Arbeitsplatz.
Auffallend ist, wie oft die im Ranking vertretenen Vordenker sich dem Thema Globalisierung widmen. Neben dem zweitplazierten Friedman haben sich auch der ehemalige amerikanische Arbeitsminister Robert Reich (Platz 6) und der niederländische Kulturwissenschaftler Geert Hofstede (Platz 16) mit Aspekten der Globalisierung auseinandergesetzt. Während Reich über den globalen Kapitalismus und Amerikas Stellung in der Welt nachdenkt, beschäftigt sich Hofstede mit kulturellen Unterschieden am Arbeitsplatz.
Für die gerankten Managementvordenker bedeut eine gute Platzierung meist nicht nur Ruhm, sondern auch die Aussicht auf hohe finanzielle Einkünfte. Populäre Redner erhalten in Amerika für einen Auftritt zwischen 50.000 und 70.000 Dollar - Tendenz steigend.
© manager magazin online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH