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25.04.2008
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Manager

"Es geht darum, Entscheider zu werden"

Von Karsten Langer

Wie werden aus begabten Studenten gute Manager? Stephan A. Jansen, Gründungspräsident der privaten Zeppelin Universität, erklärt, was künftige Entscheider können müssen, mit welchen Methoden sie ihre Fähigkeiten ausbauen und wie sie andere von ihren Ideen überzeugen.

mm.de: Was unterscheidet die Zeppelin Universität (ZU) von herkömmlichen Business Schools?

Jansen: Die Zeppelin Universität ist ein Ort der bedingungslosen Frage; ein Ort, an dem man der Idee misstraut, dass Wirtschaftswissenschaften für die Bildung von Managern taugt. Wir fokussieren auf die Schnittstellen von Wirtschaft, Kultur und Politik zur Gesellschaft. Das ist nicht innovativ, sondern gut 800 Jahre alt - wir sind wohl eher eine "Old School".

  Stephan A. Jansen , geboren 1971 in Papenburg, studierte nach einer Banklehre BWL in Witten/Herdecke, New York und Tokio. 2003 wurde er nach wissenschaftlichen Stationen in Stanford und Harvard als Gründungspräsident an die private Zeppelin Universität in Friedrichshafen am Bodensee berufen. Im gleichen Jahr erhielt er den Ruf zum Professor auf den dortigen Lehrstuhl für "Strategische Organisation & Finanzierung".
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Stephan A. Jansen, geboren 1971 in Papenburg, studierte nach einer Banklehre BWL in Witten/Herdecke, New York und Tokio. 2003 wurde er nach wissenschaftlichen Stationen in Stanford und Harvard als Gründungspräsident an die private Zeppelin Universität in Friedrichshafen am Bodensee berufen. Im gleichen Jahr erhielt er den Ruf zum Professor auf den dortigen Lehrstuhl für "Strategische Organisation & Finanzierung".

Business Schools haben den Anspruch, Handlungsanleitungen für das Management zu vermitteln, sie versprechen damit die Wahrscheinlichkeit der Karriere. Diesen Ansatz halten wir für überholt. Management kann man nicht ausbilden, das belegen erfolgreiche, nicht-akademische Unternehmer.

mm.de: Wenn es nicht um Karriere geht, worum geht es dann?

Jansen: Universität muss Theorien über das Entscheiden im Management und deren Kommunikation unter der Bedingung der Komplexität und Unsicherheit anfertigen.

Es muss uns wohl als Universität immer darum gehen, die großen gesellschaftlichen Herausforderungen theoretisch präziser zu beschreiben, den bisherigen Modellen zu misstrauen und dann multidisziplinär, also praktisch Entscheidungsmöglichkeiten zu analysieren. Egal ob in Politik, Wirtschaft, Medien oder Kultur - die Studenten müssen sich am Ende eines Studiums zutrauen und die Kraft haben, Verantwortung für diese Herausforderungen zu übernehmen, etwas zu verändern und damit natürlich auch aufzufallen. Letztlich sind gute Manager - egal, ob in Wirtschaft, Kultur oder Politik - Agenten der Transformation von Unwahrscheinlichkeiten in Wahrscheinlichkeiten. So wie Graf von Zeppelin.

mm.de: Reicht das aus? Ein guter Manager muss Druck aushalten und mit Niederlagen umgehen können. Da hilft der idealistische Ansatz wenig.

Jansen: Sie haben Recht. Manager müssen mit der Normalität ihrer Arbeit umgehen: mit dem Scheitern, mit Niederlagen. Auch die Zeppelin-Geschichte ist eine Geschichte des Erfolgs durch Abstürze. Nicht einfach übrigens bei einer Betriebswirtschaftslehre, die nur eine Kritische Erfolgsfaktorenanalyse kennt.

Aber, eine Universität ist keine Erziehungsanstalt, sondern im Humboldt'schen Sinne eine Veranstaltung unter erwachsenen Forschern. Wir haben die Verben des Ausbildens, des Beibringens, des Vermittelns von Wissen. Forschende Bildung - und eben nicht Ausbildung - ist ein Akt, der in der Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden entsteht, mit wechselnden Rollen.

Bei uns gibt es kein - wie bei Business Schools übliches und nicht seriös einhaltbares - Karriereversprechen. An der ZU gibt es das Versprechen, dass man nicht nur die Anschlussfähigkeit an bestehende Theorien sicherstellen muss, sondern vor allem seinen eigenen Fragen nachgehen darf. Die Studierenden dürfen - ganz im Sinne Nietzsches - so werden wie sie sind. Diese Energien in Forschung wie Praxis sind für uns Professoren nahezu umwerfend.

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