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07.04.2008
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Jobsuche

"Den Ruf wie Lidl haben wir nicht"

Die Web-Recherche zu Bewerbern gehört mittlerweile zum Tagesgeschäft vieler Personaler. Kandidaten werden ausgesiebt, wenn Angaben im Lebenslauf unstimmig erscheinen oder Bewerber durch unbedarfte Äußerungen in Web-Foren aufgefallen sind. Doch gleiches könnte bald auch für die Arbeitgeber gelten.

Berlin - Zwar konnten sich Bewerber bislang nur ein vages Bild von ihrem Wunscharbeitgeber machen. Die Selbstdarstellung von Unternehmen im Internet und Presseberichte lassen kaum Rückschlüsse auf Betriebsklima oder Arbeitsbedingungen zu. Seit einiger Zeit gibt es jedoch Bewertungsportale im Netz, die Unternehmen ins Visier nehmen. Wie bei der umstrittenen Lehrer-Bewertungsplattform spickmich.de fallen die anonymen Bewertungen oft nicht gerade zimperlich aus.

Kein unbeschriebenes Blatt mehr: Das Arbeitgeber-Bewertungsportal "Kununu"
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Kein unbeschriebenes Blatt mehr: Das Arbeitgeber-Bewertungsportal "Kununu"

"Ethische Grundsätze, Gleichbehandlungs-Gesetz und Verhaltensregeln gelten irgendwie nicht für jeden. Ab der ersten Hierarchiestufe sind die Führungskräfte bis hin zum Vorstand dagegen immun", schreibt etwa ein Mitarbeiter einer großen deutschen Bank auf der Seite dooyoo.de. Die Beiträge in dem Portal muten mitunter sehr persönlich an.

Um mehr Objektivität bemüht sind die Betreiber des Arbeitgeber-Bewertungsportals Kununu.com. Kununu ist Suaheli und bedeutet soviel wie "unbeschriebenes Blatt". "Als ich nach dem Studium eine Stelle gesucht habe und mehr über bestimmte Unternehmen herausfinden wollte, war die Google-Suche wenig ergiebig", erzählt Martin Poreda, der das Startup 2007 gemeinsam mit Mark Poreda in Wien gegründet hat. Diesem Stochern im Nebel wollten die Gründer ein Ende bereiten.

Anhand von 13 Kriterien werden bei Kununu neben der Atmosphäre im Unternehmen auch soziale Aspekte wie etwa der Umgang mit älteren Mitarbeitern oder Aufstiegschancen von Frauen abfragt. Bewerber erfahren zudem, ob es einen betrieblichen Kindergarten gibt und Hunde mitgebracht werden dürfen.

Kununu solle ein "Feedback-Kanal" für Arbeitgeber sein, heißt es auf der Webseite. Faire Umgangsformen werden notfalls durch das Löschen von Beiträgen erzwungen, Bewertungen von Personen sind in ausführlicheren Kommentaren am Ende des Fragebogens ebenso tabu wie Interna über Finanzen und Gehälter. Ob die Beiträge letztlich wirklich von Mitarbeitern verfasst wurden, können die Poredas natürlich nicht genau wissen. Aktuell sind über 4700 Unternehmensbewertungen abrufbar, davon gut 3100 zu deutschen Firmen.

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