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21.12.2007
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MBA

Riskante Wette, hoher Einsatz

Von Markus Scheele

3. Teil: Spott für den "Mickey-Mouse-MBA"

Spott für den "Mickey-Mouse-MBA"

Leipzig-Absolvent Heißmeyer bekam gleich drei Angebote. Jetzt arbeitet er für eine PR-Firma als Seniorberater. Sein MBA-Studium finanzierte er über einen Kredit, 35.000 Euro hat es ihn gekostet. In sechs bis sieben Jahren, so seine Hoffnung, hat er das Geld wieder raus.

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Doch auch Wetten mit weniger Einsatz sind riskant. Kleine Institute wie die Fachhochschule Regensburg verlangen immer noch über 12.000 Euro für vier Semester Studium. Den MBA gibt es dort erst seit vier Jahren, ein Gütesiegel hat er noch nicht. Der erste Jahrgang ist gerade fertig geworden. Wie sich die Absolventen in der Wirtschaft schlagen, ist völlig offen.

Viele Firmen von Weltrang ziehen sich ihren Nachwuchs lieber selbst heran. Der Bosch-Konzern etwa bildet sein künftiges Führungspersonal im eigenen Trainee-Programm aus. Dort durchläuft der angehende Manager eine zweijährige Ausbildung. Jedes Jahr sucht sich Bosch etwa 70 Nachwuchskräfte aus 6000 Bewerbern aus.

In den Wirtschaftsschulen sorgt man sich um die Konkurrenzfähigkeit des MBA-Abschlusses. Denn die Vielzahl der kleinen Konkurrenten drückt auf das generelle Image des MBA. "Häufig sind das verkappte Master-Studiengänge, die keine Berufserfahrung erfordern und deren Unterricht komplett auf Deutsch gehalten wird", schimpft ein Sprecher der Mannheimer Schule. In der Branche spöttelt man über solche "Mickey-Mouse-MBA".

Erfinderisch bei neuen Titeln

Einige kleinere Anbieter versuchen, wenigstens in einer Nische Fuß zu fassen. Mittlerweile gibt es MBA für Medien, Gesundheit, Tourismus und sogar für Mechanisch-Biologische Abfallbehandlung - insgesamt sind es 40 verschiedene Schwerpunkte in Deutschland. Diese Spezialisierung führt vom ursprünglichen Gedanken des MBA weg: Ingenieuren, Naturwissenschaftlern und Juristen betriebswirtschaftliches Wissen an die Hand zu geben, um sie auch für Management-Positionen zu qualifizieren.

Und auch beim Schaffen neuer Titel zeigen sich die Schulen erfinderisch: Die sonst eher unauffällige International Business School in Lippstadt etwa bietet zusammen mit der britischen University of Surrey berufsbegleitend einen Doctor of Business Administration (DBA) an, der vor allem forschungsorientiert sein soll. Voraussetzung ist der MBA-Abschluss, ein Master oder ein Diplom.

"Der DBA eröffnet Karrierechancen im gehobenen internationalen Management, besonders in Unternehmensberatungen, im Investmentbanking, bei Finanzdienstleistungsunternehmen und bei multinationalen Firmen und Global Playern", verspricht Matthias Zünkler, Studienleiter der Lippstädter Business School.

Ob sich das bewahrheitet, ist ungewiss. Absolventen gibt es jedenfalls noch keine. Um den Doktortitel tragen zu dürfen, benötigen Studenten in Lippstadt noch einmal vier Jahre und gut 40.000 Euro. Zusammen mit einem vorherigen MBA-Abschluss kann die Ausbildung da schon bis zu sechs Jahre dauern und über 60.000 Euro verschlingen.

Personalberater Matthias Mohr kann über solche Titel-Aufrüstung nur den Kopf schütteln: "Es gibt den Hang zur Überqualifikation."

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