Von Tobias Kollmann
These 2: Gründungsvorhaben sind wieder finanzierbar – allerdings ist der Kapitalmarkt der Net Economy oligopolistisch strukturiert.
Um richtig durchstarten zu können, benötigen auch die Gründer der Ne(x)t Generation in der Regel finanzstarke Investoren, auch wenn heute ein E-Start-up mit deutlich weniger Finanzmitteln viel mehr Sichtbarkeit erzeugen kann als noch vor ein paar Jahren. Blickt man jedoch auf die Investorenseite der Net Economy, so trifft man immer wieder auf "die üblichen Verdächtigen". Im Ergebnis stehen viele Gründungsprojekte, die quasi aus denselben Taschen finanziert werden. Das birgt durchaus Vorteile, aber auch Gefahren für die Szene.
Allgegenwärtiges Netz:
Wie sieht die Zukunft der Webgründungen aus?
These 3: (E-)Entrepreneurship wird zunehmend ein fester Bestandteil von Forschung und Lehre an deutschen Hochschulen.
Das Thema Entrepreneurship und der damit verbundene Technologietransfer ist – zumindest für eine Reihe von Studierenden der Informatik- und BWL-nahen Disziplinen – mit einem gewissen Reiz verbunden. So zeigen Befragungen von Studierenden deren immer höher werdende Neigung, sich mit einer möglichen Selbstständigkeit zu befassen.
Auch die Lehre in diesen Bereichen wird immer weiter ausgebaut. Der Förderkreis Gründungs-Forschung e.V. zählt mittlerweile immerhin 57 Entrepreneurship-Professuren in Deutschland, deren Mission die Ausbildung von Gründern und nicht zuletzt die Förderung tatsächlicher Ausgründungen aus der Hochschule ist. Noch vor zehn Jahren war es gerade einmal eine Professur.
Es sind auch erste spezielle Angebote im E-Entrepreneurship sichtbar. Allerdings fällt bei genauerer Betrachtung auf, dass man bei E-Gründern sehr häufig Studenten oder Absolventen bestimmter Hochschulen antrifft. So lassen sich im Moment die universitären Geburtsbecken für Start-ups der Net Economy leider noch an wenigen Fingern abzählen.
Das ist vielleicht dadurch zu erklären, dass auch viele aktive und erfolgreiche Protagonisten auf der Gründer- und Kapitalseite hier ihre Wurzeln haben. Vorbilder und Netzwerke sind natürlich immer hilfreich. Das ist durchaus in Ordnung, solange Gründer von anderen Hochschulen mit ihren Ideen die gleichen Chancen im Kapital- und Kooperationsmarkt haben.
© manager magazin Online 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH