Von Karolin Köcher
Selbstbehauptung, soziale Intelligenz
Roseneck steigert den Nutzwert seines Referates, das mehr und mehr Züge eines Appells annimmt, indem er aufzählt, welche Eigenschaften für einen Manager unabdingbar seien: "Heute wählen Unternehmen nicht mehr zwischen dem jungen Manager und dem erfahrenen, denn heute bekommen sie den Mitte-30jährigen mit 12 Jahren Berufspraxis. Und es reicht für die Spitze nicht mehr, während seines Studiums vier Monate im Ausland gewesen zu sein, es müssen schon mehrere Jahre und internationale Abschlüsse sein."
Vorausgesetzt würden zudem psychologisches Einfühlungsvermögen und die Fähigkeit zu begeistern. Auch Kreativität und Offenheit für neue Wege und Problemlösungen zählten zu den gefragten Fähigkeiten. "Rechnen Sie in einer neuen Position nicht mit einer Einarbeitungs- oder Schonzeit. Man hat Sie geholt, damit Sie Lösungen präsentieren und nicht, um Sie zu unterstützen oder Ihnen zu sagen, was Sie zu tun haben", fährt Roseneck fort. Selbstbehauptung, Selbstorganisation und soziale Intelligenz seien weitere Schlüsselqualifikationen.
Hinsichtlich ihrer persönlichen Globalisierung und beruflichen Mobilität haben deutsche Entscheider, so Roseneck, im internationalen Vergleich deutlichen Nachholbedarf. Einer aktuellen Studie der Wirtschaftshochschule Berlin über die Internationalität von Führungskräften zufolge sind zwar die Geschäftsaktivitäten der deutschen Unternehmen sehr international ausgerichtet, in eigener Sache sieht es in den Chefetagen hingegen noch anders aus. Auch der Anteil von Ausländern auf deutschen Managementpositionen sei noch vergleichsweise gering. "Kein Grund zur Beruhigung", sagt Roseneck. "Das ist nur eine Frage der Zeit."
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