Von Karsten Langer
43 Stunden sind genug
43,4 Stunden - das ist die durchschnittliche Wochenarbeitszeit, die europäische Studierende der Wirtschaftswissenschaften ihrem ersten Arbeitgeber nach Studienabschluss zu opfern bereit sind. Studierende der Ingenieurswissenschaften veranschlagen sogar nur 42,4 Stunden pro Woche.
Die befragten Deutschen erwarten eine deutlich höhere Wochenarbeitszeit als ihre Kommilitonen. Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, 47,9 Stunden pro Woche zu arbeiten, Ingenieure rechnen damit, 44 Stunden die Woche investieren zu müssen. Damit liegen deutsche Absolventen im europäischen Gesamtvergleich mit ihren Erwartungen an der Spitze. Die niedrigsten Erwartungen an die Arbeitszeit, die in ihrem ersten Job auf sie zukommt, haben die spanischen Wirtschaftstudenten – sie gehen davon aus, nach ihrem Abschluss 40,6 Wochenstunden zu arbeiten.
Der Großteil der befragten europäischen Studenten präsentiert sich mobil. Die Frage, ob sie gerne im Ausland tätig sein möchten, beantworteten 68 Prozent der befragten Wirtschaftswissenschaftler und 71 Prozent der Ingenieure mit "Ja". Am geringsten ist das Interesse an einer internationalen Karriere in Holland – hier geben lediglich 54 Prozent an, kein Interesse an einer Tätigkeit im Ausland zu haben – und in Belgien, wo die Hälfte der Befragten keinen Reiz für das Arbeiten im Ausland sieht.
Besonders stark zieht es die Schweden und Franzosen über die eigenen Landesgrenzen hinaus – 77 Prozent beziehungsweise 76 Prozent würden für den Berufsstart ins Ausland gehen. Die deutschen Studierenden haben einen ähnlich hohen Grad an Mobilität – 72 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler und sogar 86 Prozent der Ingenieure bekunden ihr Interesse an einer Tätigkeit außerhalb Deutschlands.
Was die Mobilität im eigenen Land betrifft, zeigen sich die befragten deutschen Studierenden kaum weniger mobil: Zwar würden 13 Prozent der Ingenieure am liebsten in ihrer Heimatregion bleiben, 64 Prozent würden aber immerhin überall innerhalb der Landesgrenzen tätig werden wollen, und 64 Prozent zögen in ein anderes europäisches Land. Viel heimatverbundener sind Niederländer und Belgier, bei denen es rund ein Drittel der Befragten vorziehen würde, in ihrer Heimatregion zu bleiben.
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