Persönlicher Türöffner
Bewerber, die sich auf eine Stellenanzeige beworben haben, können ihr Netzwerk nutzen, um das Interesse zu unterstreichen: "Ist der betreffende Personaler selbst Netzwerkmitglied, kann der Bewerber ihm eine zusätzliche E-Mail-Nachricht schicken", so Rumohr weiter.
Über die Netzwerk-Beziehungen lassen sich mit etwas Glück Kontakte in ein begehrtes Unternehmen aufbauen. "Hat ein Mitglied herausgefunden, dass einer seiner Kontakte jemanden in der betreffenden Firma kennt, kann er über diesen vielleicht erfahren, ob dort Personalbedarf besteht", sagt Rumohr. "Frauen verfügen oft nur über Kontakte auf gleicher Hierarchieebene oder darunter", räumt allerdings Autorin Haas ein. Nach Ansicht der Expertin sollten sie sich deshalb noch offensiver dem Networking widmen.
"Wildfremde Leute kann man aber nicht ohne weiteres in sein Online-Kontaktnetzwerk aufnehmen", erklärt Haas weiter. Die etwa bei Xing ausgewiesenen Kontakte seien wie eine Referenz, so die Expertin. Ein plumpes Vorgehen, etwa sofortiges Duzen, gelte beim Internet-Networking dagegen als Fauxpas. "Online sollte man alles unterlassen, was man offline auch nicht machen würde", bringt es Coach Rumohr auf den Punkt.
"Wer sich beruflich verändern möchte, sollte nicht nur die großen globalen Netzwerke nutzen", empfiehlt Christian Püttjer. Interessant seien auch regionale und branchenspezifische Plattformen. Die Mitgliedschaft bei "Performers Circle" etwa ist hochkarätigen Fach- und Führungskräften vorbehalten, im "Global electronics Club" trifft sich die Elektronik-Branche. Vorteil der kleinen Businessclubs: Sie sind überschaubarer und weniger anonym.
"Online-Netzwerke sind vor allem für Freiberufliche, Selbstständige und Führungskräfte bedeutsam", erklärt Püttjer. Wer auf Jobsuche ist, sollte sich nicht nur auf diese verlassen, sondern alle möglichen Strategien ausschöpfen. "Dazu zählt die Initiativbewerbung, die telefonische Kontaktaufnahme und die klassische Bewerbung", so der Karriereberater. Eines gilt für Netzwerke im Internet genau wie für jedes andere Netzwerk: "Um von ihnen zu profitieren, sind zunächst Vorleistungen Pflicht", sagt Martina Haas. "Irgendwann kommt dann auch etwas zurück."
Sabine Schrader, dpa
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