Von Susanne Theisen-Canibol
Wenig Freiheit, wenig Wasser
manager-lounge: Inwiefern ist denn die Kritik der OECD an der indischen Wirtschaft gerechtfertigt?
Maschka: Die Wachstumsschmerzen sind sehr groß, bis endlich Liberalisierung und Public Private Partnerships erlaubt sind. Dort, wo etwas getan wurde, funktioniert es bestens: Universitäten, Krankenhäuser, Flughäfen und seit Neuestem Autobahnteilstrecken. Da nimmt Indien dann gleich Weltstandard an.
Problematisch sehe ich die Politik gegen die Landflucht. Irgendwann wird auch der Inder neidisch auf die reichen Städter. Gleichzeitig wird Indien diese Probleme durch seine demokratischen Strukturen auch nachhaltig lösen können – und deshalb langfristig die Versprechungen von Goldman Sachs und McKinsey erfüllen, dass Indien der am stärksten wachsende Markt in den nächsten 30 bis 50 Jahren sein wird.
Neumann: Die Wachstumsprognosen werden nur dann erfüllt werden, wenn die Infrastruktur - vor allem in den Boomtowns – nicht weiter zurückbleibt und es nicht zu sozialen Spannungen kommt. Ein ganz großes Problem bahnt sich an durch die zunehmende Verknappung natürlicher Ressourcen, insbesondere sauberen Wassers. Hier wird Raubbau betrieben, der sich bald rächen kann.
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