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12.11.2007
 

Stress im Job

Millionengehalt, aber kein Mittagessen

Von Simon Hage

Immer mehr Führungskräfte leiden unter den Belastungen ihres Jobs. Viele vernachlässigen sogar Grundbedürfnisse wie Essen oder Schlafen. Facharzt Bernd Sprenger erklärt im Gespräch mit manager-magazin.de, wie Burn-out sich äußert, wer besonders betroffen ist - und wie man sich dagegen wappnen kann.

mm.de: Herr Sprenger, Sie betreuen Menschen, die durch Stress am Arbeitsplatz krank geworden sind. Welche Berufsgruppen sind besonders gefährdet?

  Bernd Sprenger  ist Psychotherapeut und Chefarzt der Oberbergklinik Berlin-Brandenburg. Die Klinik ist spezialisiert auf Burn-out, Angsterkrankungen, Depressionen und Suchterkrankungen.
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Bernd Sprenger ist Psychotherapeut und Chefarzt der Oberbergklinik Berlin-Brandenburg. Die Klinik ist spezialisiert auf Burn-out, Angsterkrankungen, Depressionen und Suchterkrankungen.

Sprenger: Das beginnt bei Beamten im Schuldienst, im Polizeidienst und im Politikbetrieb in Berlin und führt über Ärzte bis hin zu Managern und Selbstständigen. Betroffen sind also all diejenigen, deren Arbeitsalltag von hoher Komplexität und gleichzeitig großem Engagement geprägt ist.

mm.de: Angenommen, ich treibe täglich etwa eine halbe Stunde Sport und bemühe mich um eine halbwegs ausgewogene Ernährung. Ich versuche außerdem, den Arbeitsplatz einigermaßen rechtzeitig zu verlassen, um auch meine sozialen Kontakte adäquat zu pflegen. Bin ich damit halbwegs gewappnet gegen Burn-out?

Sprenger: Im Prinzip ja. In unserer modernen Gesellschaft kommen die vier Grundbedürfnisse Essen, Schlafen, Bewegung und soziale Bindung viel zu kurz. Viele Menschen schlafen chronisch zu wenig, dadurch verdoppelt sich das Herzinfarktrisiko. Realität ist auch, dass manche Topmanager, die Umsätze in Milliardenhöhe verantworten und Millionen verdienen, es nicht einmal schaffen, regelmäßig zu essen. Das Paradoxe ist: Je reicher und technisch perfekter wir werden, desto stärker vernachlässigen wir die elementarsten Bedürfnisse.

mm.de: Sie selbst gehören zu einer gefährdeten Berufsgruppe. Sind Sie besorgt, vor lauter Stress eines Tages selbst einen Arzt konsultieren zu müssen?

Sprenger: Bis jetzt nicht. Ich nehme das, was ich meinen Patienten erzähle, persönlich sehr ernst. Ich laufe jeden Morgen 40 Minuten. Und ich sorge dafür, dass ich mindestens eine Mahlzeit pro Tag gemeinsam mit meiner Familie einnehme. Ich schlafe genug und lasse dafür auch öfter mal am Abend einen Spielfilm oder ein Theaterstück sausen, obwohl ich mich eigentlich dafür interessiert hätte. Außerdem überlege ich sehr genau, wie viel Arbeit ich mir zumuten kann - und wann zwischendurch mal eine kurze Pause notwendig ist. Das erfordert eine hohe Disziplin.

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