Von Anja Tiedge
Emanzipation vom Übervater
Seinen Sinn für Innovationen hat Fischer an Sohn Klaus weitergegeben. Mit der Managementmethode Kaizen krempelte der Junior vor rund sieben Jahren das Unternehmen um. Seitdem schwört er auf das japanische Konzept, das die Fischer-Gruppe mittels Prozessverbesserungen in ein schlankes, möglichst verschwendungsfreies Unternehmen verwandeln soll.
Auch wenn sein Vater nicht viel damit anfangen konnte, wie er sagt. Überhaupt lässt sich wohl nur erahnen, wie viel Kraft es den Junior gekostet haben muss, aus dem Schatten seines Vaters zu treten. "Man differenziert sich von seinem Vater durch Leistung", sagt er. Das hat er getan.
Rund 3400 Mitarbeiter in 26 Landesgesellschaften beschäftigt die Fischer-Gruppe heute. Neben den Standbeinen Befestigungssysteme und Fischertechnik, die vom Vater stammen, gründete Klaus Fischer die Sparten Automotive Systems und Prozessberatung. Mit der Beratung will er seine "durchweg guten Erfahrungen" mit Kaizen weitergeben. Die finanzielle Bedeutung des Geschäftsbereichs ist jedoch verschwindend gering.
Ein Großteil des Umsatzes, nämlich 75 Prozent, wird nach wie vor mit Befestigungssystemen erwirtschaftet. Die Anzahl der Landesgesellschaften soll wachsen. Das größte Potenzial sieht Klaus Fischer in Ostasien, Osteuropa und Russland.
Mit Globalisierung hat sein Vater allerdings nicht mehr viel am Hut. "Aber Sprachen hab' ich gern. Die liegen mir", sagt er. Und nach kurzem Innehalten: "Excusez, je n'ai pas une idée. Die kommt erst mit dem zweiten Glas Wein."
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