Von Klaus Werle
Im Visier: Menschen wie Christopher Daniel, ein Recruiter-Traum. Abi 1,1, Bayerische Begabtenförderung plus Studienstiftung des Deutschen Volkes, BWL-Studium an der WHU (Diplom: 1,1), MBA in Lancaster, Praktika bei McKinsey, Bain und Boston Consulting, Promotion und parallel VWL-Studium.
Trotz des Mammutprogramms ist Daniel erst 29, er erhielt auf zehn Bewerbungen neun Zusagen und ist seit Herbst 2006 bei BCG, "weil mir die größere Individualität und das selbstständigere Arbeiten gefallen". Woanders hätte er 10 Prozent mehr Gehalt bekommen und eine höhere Hierarchiestufe. "Den Ausschlag gab aber, welche Kultur am besten zu mir passte. Es war eine Bauchentscheidung."
Bewerber mit solchen Profilen sind rar und heftigst umworben. Da werden leicht 10.000 Euro für Lebensläufe von Elite-Uni-Absolventen oder als Handgeld gezahlt. Da lädt McKinsey zum Segeln in die Ägäis oder zum "Eintauchen" auf Mallorca. Da locken Einstiegsgehälter nördlich von 100.000 Euro bei einigen Law-Firms oder üppige "Compensation Packages" bei den großen Unternehmensberatungen: Promovierte oder MBA-Träger starten hier gern mal mit 90.000 Euro plus rund 10 Prozent Bonus plus 15 Prozent des Jahresbruttos als Betriebsrente plus Firmenwagen plus diverse Versicherungen. Binnen fünf Jahren kann sich das Gehalt leicht verdoppeln.
Doch Big Money's Lockruf zieht längst nicht bei allen Talenten, zumal die Industrie mittlerweile mit lukrativen Angeboten dagegenhält und die Berater noch immer mit ihrem Cost-Cutter-Image zu kämpfen haben. In einer mit "Geld oder Liebe" betitelten Matrix hat Trendence dargestellt, bei welchen Firmen die Absolventen hohe Gehälter (Y-Achse) beziehungsweise große Kollegialität (X-Achse) erwarten. Ganz links oben steht, klar, McKinsey. Ganz rechts unten steht, seit Jahren zuverlässig auf den vorderen Rängen, 2007 auf Platz 13: Ikea.
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