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12.09.2007
 

Talente

Süße Aussichten

Von Klaus Werle

Gute Absolventen sind begehrt wie lange nicht. Im Kampf um die besten Köpfe müssen die Firmen jetzt um Bewerber buhlen. Das Ranking der beliebtesten Arbeitgeber zeigt die Gewinner - und Verlierer.

Melanie Kochs Leben als Oetkerianerin begann mit einem Studentenjob im "Dessert Panel". Zweimal die Woche, für 14 Euro die Stunde, aß sie Pudding, meist Schoko, manchmal Vanille, und diskutierte ihre Geschmackserlebnisse mit anderen Testessern.

Guter Start: Der Kampf um Talente nimmt an Schärfe zu
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Guter Start: Der Kampf um Talente nimmt an Schärfe zu

Schnell bekam sie ein eigenes Projekt, schrieb dann ihre Diplomarbeit bei Dr. Oetker. "Überall wurde ich gefördert", sagt die 28-jährige Betriebswirtin, die im Mai bei dem Konsumartikler als Trainee eingestiegen ist. "Von Anfang an fühlte ich mich, als wäre ich schon jahrelang da, fast wie in einer Familie."

Familie. Das ist bei dem Bielefelder Back- und Tiefkühlprimus nicht nur Unternehmensform, sondern Lebensstil. Dass diese Atmosphäre von Berufseinsteigern zunehmend geschätzt wird, hilft Dr. Oetker beim Kampf um den begabten Nachwuchs: Im Ranking der beliebtesten Arbeitgeber gehört die Firma mit Platz 33 bei den Wirtschaftswissenschaftlern zu den Topaufsteigern - nach Platz 55 im vergangenen Jahr.

Die Studie, für die das Berliner Beratungsinstitut Trendence mehr als 15.000 examensnahe Studierende der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften nach ihrem Traumarbeitgeber befragt hat, ist die größte und fundierteste ihrer Art. Für die Unternehmen ist das Ranking ein entscheidendes Imagebarometer: Es zeigt ihre Position im Ringen um die wichtigste Ressource der Zukunft: die begehrten Toptalente.

"Nach der Stagnation der vergangenen Jahre ist der Kampf um die Köpfe zurückgekehrt, und zwar nicht im ICE-, sondern im Mirage-Tempo", sagt Claus-Peter Sommer von der Kölner Personalberatung Access: 671.000 Arbeitslose weniger als 2006, 650.000 offene Stellen, Ingenieure sind Mangelware. KPMG sucht 2700 Prüfer, Siemens Chart zeigen 8000 Ingenieure und Naturwissenschaftler, in der IT-Branche fehlen 20 000 Experten. Es riecht wieder nach New Economy.

Dass der Kampf um die Köpfe seit einigen Monaten panische Züge annimmt, haben sich die Firmen selbst eingebrockt. "Den Personalbedarf nur kurzfristig an das Auftragsvolumen zu koppeln ist dilettantisch", schimpft Christian Scholz von der Uni Saarbrücken.

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