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manager magazin



21.08.2007
 

Heros

"Ein Selbstbedienungsladen"

Am Geldtransportunternehmen Heros haben sich viele Mitarbeiter bereichert. Heros-Gründer Karl-Heinz Weis und drei weitere Manager wurden bereits verurteilt. Nun drohen auch zwei ehemaligen Prokuristinnen mehrjährige Haftstrafen. Die beiden hatten sich großzügig aus dem firmeneigenen Tresor bedient.

Hildesheim - Weil sie Millionensummen in die eigene Tasche gesteckt haben, sollen zwei ehemalige Prokuristinnen des früheren Finanzdienstleisters Heros für mehrere Jahre ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft forderte im Landgericht Hildesheim wegen Untreue Haftstrafen von drei Jahren und neun Monaten für die 61 Jahre alte Angeklagte sowie vier Jahre und drei Monate für die 39 Jahre alte Komplizin.

Schaden in Millionenhöhe: Das Urteil gegen zwei ehemalige Heros-Prokuristinnen wird in wenigen Tagen verkündet
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DPA

Schaden in Millionenhöhe: Das Urteil gegen zwei ehemalige Heros-Prokuristinnen wird in wenigen Tagen verkündet

Die beiden Frauen hatten gestanden, etwa zwei Millionen Euro aus dem Tresor einer Filiale in Heide (Schleswig-Holstein) genommen und geteilt zu haben. Die Jüngere gab zudem zu, das illegale Schneeballsystem der Firmenchefs gedeckt zu haben. Der Heros-Betrugsskandal war vor knapp eineinhalb Jahren aufgeflogen.

Die Staatsanwaltschaft sieht die Vorwürfe komplett bestätigt. Die 39 Jahre alte Angeklagte hatte im Gericht erklärt, bei der Firma sei es nach der Euro-Umstellung "drunter und drüber gegangen". Plötzlich sei zu viel Geld im Tresor gewesen, das keinem Kunden zugeordnet werden konnte. Beide hätten das Geld heimlich eingesteckt.

In der Folgezeit gaben die Frauen das Geld für einen exklusiven Lebensstil aus. Während die 61-Jährige eine Eigentumswohnung, mehrere Autos und Wohnmobile anschaffte, finanzierte die Jüngere einen Hausbau mit dem Geld der Heros-Kunden. Nach der Festnahme gab die 39-Jährige fast 600.000 Euro Bargeld an die Justizbehörden zurück, während die 61-Jährige ihren gesamten Anteil verprasst haben will.

Die jüngere Angeklagte hatte zudem wenige Tage vor dem Auffliegen des Skandals im Februar 2006 etwa 55 Millionen Euro auf die Konten kleinerer Kunden überwiesen, denen das Geld gar nicht zustand. So sollten wenigstens die kleineren Kunden vor der Heros-Pleite noch einen Betrag erhalten. Bei dem Zusammenbruch des damaligen Branchenprimus Heros war ein Schaden in Höhe von etwa 240 Millionen Euro entstanden.

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