Nach Linthwaites verzweifelter Vorstellung meldete sich nun in ähnlicher Weise Peter Taylor zu Wort, ebenfalls eine schillernde Figur des Londoner Finanzdistrikts und Chef von Duke Street Capital. Er sagte, die Steuern für sein Gewerbe seien "unnötig niedrig" und könnten erhöht werden, ohne die Investitionsneigung über Gebühr zu belasten.
In den Verhandlungen der Finanzkommission geht es um viel. Gordon Brown, derzeit Finanzminister und designierter Premier Großbritanniens, versprach, Ungerechtigkeiten in diesem Bereich zu korrigieren. Grundlage dafür wird der Bericht der Kommission sein. Mit Spannung wird daher jene Sitzung am kommenden Mittwoch erwartet.
Pikant ist der Ursprung der Steuervorteile. Gordon Brown selbst führte 1998 die Niedrigsteuer ein, und zwar für Investoren, die sich zehn Jahre oder länger mit eigenem Geld in einem Unternehmen engagieren. Gewinne sollten nach dieser Zeitspanne pauschal mit 10 Prozent belastet werden. 2000 wurde die Frist auf vier Jahre abgesenkt, 2002 auf zwei. Mit jeder Absenkung freilich wurde das Modell interessanter für Teilhaber, die auf kurzfristige Gewinne zielen, aber wenig Interesse an der langfristigen Entwicklung eines Unternehmens haben.
Nun wird mit Spannung erwartet, ob Brown wirklich sich selbst korrigieren wird. Oder etwa sein Nachfolger.
Den wird übrigens Premierminister Brown auswählen.
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