19.04.2007
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Lidl-Gründer Schwarz

Das Phantom der Supermärkte

Alle kennen den Namen seiner Discount-Läden, den Chef von Lidl jedoch kennt so gut wie keiner. Dieter Schwarz kommt fast jeden Tag ins Büro, doch außer seinen drei Sekretärinnen sieht ihn dort kaum jemand. Selbst für die meisten seiner Topmanager bleibt er ein unbekanntes Wesen.

Neckarsulm - Um das Geschäft in seinen Läden, die Lidl und Kaufland heißen, macht der 67-jährige, gebürtige Heilbronner Dieter Schwarz eine ähnliche Geheimniskrämerei wie um seine eigene Person. Denn Schwarz selbst bleibt der Mann im Hintergrund. Das letzte Foto von Schwarz ist über 30 Jahre alt, bei der Ernennung zum Ehrenbürger von Heilbronn im Februar dieses Jahres ließ sich der Lidl-Gründer nicht blicken. Es heißt, er wolle sich und seine Familie vor Übergriffen schützen.

Reich und unsichtbar: Lidl-Gründer Schwarz
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Reich und unsichtbar: Lidl-Gründer Schwarz

Diese Situation führt zu einer regelrechten Mythenbildung. Anlässlich der Ernennung zum Ehrenbürger im Februar diesen Jahres etwa ließ der Heilbronner Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach der "Stuttgarter Zeitung" zufolge öffentlich verbreiten lassen, Schwarz sei "eine eindrucksvolle Persönlichkeit", die "trotz des enormen beruflichen Erfolges bescheiden, verständnisvoll und sympathisch geblieben ist".

Auch alteingesessene Bürger schwärmen von dem Heilbronner Goldjungen, dessen Vermögen auf zehn Milliarden Euro geschätzt wird. Er soll bescheiden sein und großzügig, gemütlich und bodenständig, freundlich und umgänglich. Wenn man Schwarz in seiner Funktion als Manager begegnet, muss es mit der Gemütlichkeit allerdings schnell vorbei sein. Denn wie hätte es ihm sonst gelingen können, innerhalb weniger Jahrzehnte sein milliardenschweres Handelsimperium aufzubauen?

Und auch wenn sich in den letzten Monaten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit, was Lidl betrifft, eine kleine Besserung ergeben hat - über konkrete Zahlen wie Gewinn, genauen Umsatz und selbst die Zahl der Läden in den einzelnen Sparten ist nichts genaues zu erfahren.

Doch am Erfolg der europaweit agierenden Händler mit Sitz im schwäbischen Neckarsulm zweifelt niemand. Und im Kampf mit dem traditionellen Konkurrenten Aldi setzt Lidl weiter auf internationale Expansion. Branchenkenner gehen davon aus, dass Schwarz in Deutschland knapp 2.700 Lidl-Märkte und 500 Kaufland-Filialen betreibt.

Europaweit dürften es etwa 7.400 Lidl- und Kauflandläden sein. Die Zahl der Mitarbeiter in der Schwarz-Gruppe sei inzwischen auf über 170.000 angestiegen, erklärte vor kurzem ein Lidl-Sprecher, der inzwischen nicht mehr bei dem Unternehmen arbeitet. In Deutschland liegt Lidl Schätzungen zufolge wohl beim Marktauftritt hinter Aldi, europaweit aber vor dem ewigen Konkurrenten.

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