Von Julia Koch
Ahnungsloses Arbeitsamt
Ob sie mit ihrem Job glücklich sind oder nicht - gefunden haben ihn die meisten Studentenspiegel-Teilnehmer durch eigene Initiative. 86 Prozent gaben an, Online-Stellenanzeigen genutzt zu haben. Erstaunlich viele (72 Prozent) hofften auf eigene Kontakte, 64 Prozent suchten nach Stelleninseraten in Zeitungen und Fachzeitschriften, 60 Prozent verschickten wie Ingenieur Vogl Initiativbewerbungen.
Die diplomierte Gerontologin Alexandra Busch, 26, hat es mit der Bundesagentur für Arbeit ausprobiert. Ihr "Fallmanager" lud sie zum Informationsgespräch - und erkundigte sich gespannt, was denn Gerontologie überhaupt sei. "Als Nächstes hat er den Begriff Diplom-Gerontologe in seine Datenbank eingegeben", erinnert sich Busch. Ratlosigkeit, als der Computer keine Angebote ausspuckte. "Ich fühlte mich schon ziemlich im Stich gelassen", sagt die Absolventin, die ihre Diplomarbeit über Werbestrategien für Anti-Aging-Mittel geschrieben hat.
"Am liebsten würde ich Marketing für Seniorenprodukte machen", erklärt Busch. Ein dreiviertel Jahr lang suchte der Mann vom Arbeitsamt nach einer Betätigung für die Akademikerin. Die Bilanz: zwei Angebote, die beide nicht zu Buschs Ausbildung passten. Seit November baut die Gerontologin im westfälischen Hamm eine Generationenbegegnungsstätte auf. Den Job hat sie sich selbst gesucht.
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