4. Konsequenzen fehlender Liquidität
Fehlende Liquidität (Illiquidität) ist ein Anzeichen dafür, dass prinzipiell der Fortbestand des Unternehmen gefährdet ist. Bei einer zeitweiligen (temporären) Illiquidität wird dieses erhöhte Unternehmensrisiko häufig steigende Finanzierungskosten zur Folge haben, weil zum Beispiel Investoren mehr Kreditsicherheiten und/oder höhere Zinsen verlangen.
Eine temporäre Illiquidität wird aber unter Umständen nicht nur negative Auswirkungen auf die direkten Finanzierungskosten haben, sondern kann auch zusätzliche Kosten verursachen. Beispielsweise könnten Lieferanten aufgrund des gestiegenen Unternehmensrisikos ihre Zahlungsmodalitäten gegenüber dem Unternehmen verschlechtern. Liegt keine temporäre, sondern eine permanente Illiquidität vor, so ist in der Regel ein Insolvenzverfahren zu eröffnen, das zu einem Konkurs, zu einem Vergleich oder zu einer Restrukturierung des Unternehmens führt.
5. Liquiditätssteuerung
Ein Unternehmen sollte zur Sicherung seines finanziellen Gleichgewichts bestimmte Liquiditätsreserven aufbauen. Die optimale Dimensionierung dieser Reserven sollte vor dem Hintergrund gesehen werden, dass durch zu niedrige Reserven das Liquiditätsrisiko steigt, umgekehrt aber durch zu hohe Reserven die Rentabilität negativ beeinflusst wird. Einfluss auf die Höhe und Struktur der Liquiditätsreserven haben dabei neben den Finanzierungszielen und der Risikobereitschaft des Unternehmens unter anderem auch die Stabilität und Struktur der Zahlungsströme, die Branche und die allgemeine Konjunkturlage.
Liquiditätskennzahlen helfen das finanzielle Gleichgewicht zu erhalten beziehungsweise die Bedrohung der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens rechtzeitig zu erkennen. Gebräuchlich sind die drei folgenden Liquiditätskennzahlen.
Bei der Liquidität 1. Grades (Cash Ratio) werden die Zahlungsmittel auf der einen und die kurzfristigen Verbindlichkeiten auf der anderen Seite zueinander in Relation gesetzt.
Die Liquidität 2. Grades (Quick Ratio) bildet den Quotienten aus Zahlungsmittel plus kurzfristige eigene Forderungen des Unternehmens und kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Die Liquidität 3. Grades (Current Ratio) setzt das Umlaufvermögen ins Verhältnis zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten.
6. Abschließende Beurteilung
Der Liquiditätsplan komplettiert die finanzwirtschaftliche Planung und ist daher für jedes Unternehmen eine zwingend notwendige Aufgabe. Er ist stetig aufzustellen, damit ein Unternehmen immer einen realistischen und aktualisierten Überblick über seine zu erwartenden Geldströme hat. Unterstützt werden sollte die Liquiditätsplanung durch ein systematisches Controlling und ein gut funktionierendes Forderungsmanagement.
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