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21.03.2007
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Was ist eigentlich

Der Liquiditätsplan?

Ein eigenes Unternehmen zu gründen, ist für viele ein lang gehegter Traum. Mit seinem Kompakt-Lexikon für Unternehmensgründungen gibt Herausgeber Tobias Kollmann Firmenchefs in spe einen Leitfaden an die Hand. manager-magazin.de präsentiert wöchentlich einen Auszug aus dem Lexikon.

1. Einordnung

Der Liquiditätsplan ist Teil der finanzwirtschaftlichen Planung im Unternehmen und eine notwendige Ergänzung zur Umsatz- und Kostenplanung.


Tobias Kollmann (Hrsg.): "Gabler Kompakt-Lexikon Unternehmens-
gründung"
; Gabler 2005, 352 Seiten, 24,90 Euro.
2. Ziel und Aufbau

Ziel der Liquiditätsplanung ist es, festzustellen, wann genau welche Zahlungen anfallen, damit das Unternehmen jederzeit seinen eigenen Zahlungsverpflichtungen frist- und vertragsgerecht nachkommen kann. Eine Planung der Umsätze und Kosten reicht dazu nicht aus. Bezogen auf die Umsätze ist zusätzlich zu fragen, wann die geplanten Umsätze tatsächlich auch wirksam werden, das heißt, wann und in welcher Höhe dem Unternehmen durch den Umsatzprozess Geld (liquide Mittel) zufließt. Hierzu sind Informationen zur Zahlungsfähigkeit und zum Zahlungsverhalten der Kunden erforderlich.

Auch bezogen auf die Kosten ist es wichtig festzustellen, wann das Unternehmen welche seiner Verbindlichkeiten und in welcher Höhe zu begleichen hat, das heißt also, wann dem Unternehmen durch den Leistungserstellungsprozess liquide Mittel abfließen. Um diesen Überblick über die tatsächlichen Zahlungsströme des Unternehmens zu bekommen, werden Ein- und Auszahlungen des Unternehmens einander gegenüber gestellt. Dies geschieht in der Regel sowohl jährlich wie auch unterjährig (z.B. pro Monat oder pro Quartal). Die Ein- und Auszahlungen werden saldiert und ein eventuell sich ergebender negativer Saldo ist auszugleichen.

3. Maßnahmen bei Liquiditätsengpässen

Zum Ausgleich möglicher Liquiditätsengpässe kann zum einen versucht werden, die Einzahlungen zu erhöhen (zum Beispiel durch Verkauf von nicht notwendigem Betriebsvermögen oder Inanspruchnahme von zusätzlichen Krediten) oder die Einzahlungen zeitlich nach vorne zu verlagern (zum Beispiel durch den Forderungsverkauf an ein Factoring-Unternehmen oder die Vereinbarung von Mindestanzahlungen mit den Kunden).

Zum anderen können Unternehmen auf Liquiditätsengpässe reagieren, indem sie versuchen, ihre Auszahlungen zu reduzieren (zum Beispiel durch Verringerung der persönlichen Entnahmen) oder die Auszahlungen nach hinten zu verlagern (zum Beispiel durch das Verschieben von geplanten Investitionen auf spätere Perioden). Treten Liquiditätsprobleme häufiger oder längerfristig auf, so werden diese Einzelmaßnahmen in der Regel nicht mehr ausreichen.

Unternehmen sollten in solchen Situationen ihren gesamten Leistungserstellungsprozess kritisch analysieren und darüber nachdenken, ob zum Beispiel Veränderungen am Produktionsprozess (unter anderem neue Produktionstechnologien oder neue Produktionsstandorte) notwendig sind, oder noch grundsätzlicher, ob das Unternehmen überhaupt die richtigen Produkte auf den richtigen Märkten anbietet. Auch die Kundenstruktur sollte in diesem Zusammenhang überprüft werden. Ist das Unternehmen zum Beispiel abhängig von der Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit weniger Großkunden oder von Kunden, die überwiegend in der gleichen Branche tätig sind?

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