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22.02.2007
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Managerausbildung

"Ein Harvard-MBA ist nicht alles"

Von Kai Lange

Haben wir die richtigen Manager? Johannes von Schmettow, Partner der Personalberatung Egon Zehnder, spricht im Interview über deutsches Expertentum, den Wert eines MBA und Fehler, die sich viele Unternehmen bei der Ausbildung von Führungskräften leisten.

mm.de: Nur jede fünfte der im "International Executive Panel 2007" (IEP) befragten Führungskraft glaubt, dass der "Master of Business Administration" (MBA) auf die Herausforderungen des wirklichen Lebens vorbereitet. In Deutschland genießt der MBA-Titel dagegen großes Vertrauen - zu großes?

Master of Business: Entscheidend ist, was nach dem MBA-Abschluss passiert
[M]DPA,mm.de

Master of Business: Entscheidend ist, was nach dem MBA-Abschluss passiert

Schmettow: Der Vertrauensvorschuss für den MBA in Deutschland gründet darauf, dass die meisten deutschen Führungskräfte damit den Abschluss an einer Topuniversität wie Harvard oder Kellogg verbinden. In den USA oder England steht er für den Abschluss an einer beliebigen Universität - entsprechend nüchterner sind die Einschätzungen. International ist jedoch unbestritten, dass ein MBA-Abschluss an einer Ivy-League-Uni als fachliche Vorbereitung kaum zu toppen ist. Doch ein MBA von einer Spitzenuniversität ist nicht alles.

mm.de: Ein MBA aus Harvard reicht nicht?

Schmettow: Es ist natürlich ein exzellenter Start, aber nicht alles. Für einen guten Manager sind die zehn Jahre entscheidend, die nach dem Abschluss der Ausbildung kommen. Er muss Herausforderungen meistern, die mehr von ihm verlangen als nur seine fachliche Qualifikation. Solche für die persönliche und berufliche Entwicklung entscheidenden Situationen kann man im Ausland, aber auch in Deutschland durchlaufen.

mm.de: Man kann es also auch mit einer Ausbildung in Deutschland bis zum Topmanager schaffen?

Schmettow: Sagen wir es so: Deutschland hinkt noch hinterher, was die Ausbildung von Eliten anbetrifft. Doch dieses Ausbildungsmanko kann ein Manager in den ersten zehn Jahren nach der Ausbildung aufholen. Insofern ist ein MBA-Abschluss auch keine zwingende Voraussetzung für einen guten Manager.

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