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19.02.2007
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Ingenieure

Versackt im Schweinezyklus

Von Peter Ilg

2. Teil: Fragwürdige Zahlenspiele

Fragwürdige Zahlenspiele

Kurios ist allerdings, wie der Verband zu solchen Prognosen kommt: "Der VDI hat auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit nachgesehen, wie viele offene Stellen es für Ingenieure gibt und für seine Presseinformation kurzerhand offene in nicht zu besetzende Stellen umgewandelt", erläutert Bernhard Hohn, Arbeitsmarktexperte in der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV).

Techniker-Studiengänge: Rückgang seit 2000
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Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Techniker-Studiengänge: Rückgang seit 2000

Weil die Firmen längst nicht alle freien Stellen bei der Bundesagentur melden, multiplizierte der VDI die als offen gemeldeten Stellen mit einem Grauziffer-Faktor. Und meldete zudem, die Zahl der arbeitslosen Ingenieure sei 2006 von 60.000 auf 30.000 gesunken. Unter dem Strich: Ingenieurmangel, rosige Aussichten für Absolventen.

Dass das nur die halbe Wahrheit ist, weiß auch der Verband selbst: "Das Problem der Arbeitslosigkeit liegt häufig am so genannten Mismatch", sagt VDI-Direktor Willi Fuchs - längst nicht immer passt die Qualifikation eines Bewerbers auf die ausgeschriebene Stelle.

Genau darum lehnt es Arbeitsmarktexperte Hohn ab, von einer Gegenüberstellung der offenen Stellen und Arbeitslosenzahlen auf individuelle Berufsaussichten zu schließen. "Ansonsten werden junge Leute in ein Studium gelockt, für das sie eventuell nicht geeignet sind", so seine Befürchtung. Solange es noch 30.000 arbeitslose Ingenieure und 8000 arbeitslose Informatiker gebe, sei es deutlich zu früh, von einem grundsätzlichen Mangel an technischem Fachpersonal zu sprechen.

Bislang kann Hohn keinen Mangel in beiden Berufsgruppen feststellen - weil es sich die Unternehmen sonst nicht leisten könnten, das Wissen so vieler Arbeitsloser brach liegen zu lassen. Seine Prognose fällt vorsichtig optimistisch aus. "Wenn sich die Wirtschaft in den nächsten Jahren weiterentwickelt wie bisher, gehe ich davon aus, dass Deutschland viele Ingenieure und Informatiker braucht - vielleicht sogar mehr als heute."

Hohn warnt aber: "Alle professionellen Berater müssen sich dagegen wehren, dass Arbeitsmarktprognosen zu stark in die Berufswahl einfließen." Entscheidend für den Berufserfolg seien Talente und Interesse. Und in einer schlechten Konjunktur würden immer die Besten genommen.

"Konzentrieren Sie sich auf das, was Ihnen liegt, Sie interessiert und Ihnen Freude macht", rät auch der Praktiker Dirk Fox. "Das sind die drei entscheidenden Voraussetzungen dafür, dass Sie in Ihrem Gebiet besondere Leistungen bringen können."

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