Frankfurt am Main - Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer
erhält mit Andreas Penk (41) einen neuen Deutschlandchef. Der Mediziner leite seit 2002 das Österreich-Geschäft des Konzerns, teilte Pfizer Deutschland am Montag mit. Es ist das erste Mal, das ein Mediziner den Vorsitz der Geschäftsführung in Deutschland übernimmt.
Der bisherige Deutschland-Chef, Walter Köbele (59), werde am 1. März neue Aufgaben in Europa übernehmen. Dort soll er als Mitglied des europäischen Führungsteams maßgeblich an der Neuausrichtung des Konzerns in Europa mitwirken. Köbele leitet seit 2002 das Deutschland-Geschäft des US-Konzerns. Seit diesem Jahr gehörte er auch dem so genannten europäischen Leadership-Team von Pfizer an, in dem die wichtigen Strategieentscheidungen für Europa getroffen werden. Der 59-jährige ist bereits seit 1983 für Pfizer tätig.
Der US-Konzern hatte in der vergangenen Woche ein umfassendes Umbauprogramm angekündigt, das bis 2008 einen Abbau von weltweit rund 10.000 Stellen vorsieht. Denn Pfizer hat es trotz eines jährlichen Forschungsbudgets von sieben Milliarden Dollar nicht geschafft, genügend neue Medikamente zu entwickeln, um für die Zeit gerüstet zu sein, zu der die Patente für die wichtigsten Präparate auslaufen und billigere Generika auf den Markt kommen.
So läuft 2010 das Patent für das Cholesterin-Mittel Lipitor aus, das zuletzt noch für einen Jahresumsatz von 13 Milliarden Dollar steht. Der Umsatz des Antibiotikums Zithromax und des Antidepressivums Zoloft brach nach dem Auslaufen der Patente um mehr als 70 Prozent ein.
Unter anderem aus diesem Grund soll allein in Europa mehr als ein Fünftel der Vertriebsmitarbeiter das Unternehmen verlassen. Auch an Deutschland wird der Konzernumbau nicht spurlos vorübergehen. In Folge eines neuen Vertriebskonzeptes im Arzneimittelgeschäft sollen hier zu Lande 320 Stellen im Innen- und Außendienst gestrichen werden.
Außerdem soll das Werk Heumann PCS in Feucht bei Nürnberg verkauft werden. In dem nach Firmenangaben profitablen Werk mit etwa 440 Beschäftigten stellt Pfizer pharmazeutische Wirkstoffe für Drittkunden her. Die übrigen deutschen Produktionsstandorte in Illertissen, Freiburg und Frankfurt-Höchst sowie der Geschäftsbereich Tiergesundheit sind von den Maßnahmen nicht betroffen. Derzeit beschäftigt Pfizer rund 5200 Menschen in Deutschland.
manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa
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