15.01.2007
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Bill Gates Stiftung

Schlechtes Geld schadet gutem Ruf

Von Marc Pitzke, New York

3. Teil: Schmutzfinken im Portfolio

Schmutzfinken im Portfolio

Die Zeitung dröselte diese Investments nun mühsam auseinander - und stellte fest, dass "Hunderte" davon in Firmen lägen, "die den gemeinnützigen Zwecken oder sozialbewussten Zielen der Stiftung widersprechen". Insgesamt seien Gates-Anlagen im Wert von mindestens 8,7 Milliarden Dollar derart ethisch fragwürdig.

Big Spender: Warren Buffett (r.) unterstützt die Bill und Melinda Gates Stiftung mit 30 Milliarden Dollar
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DPA

Big Spender: Warren Buffett (r.) unterstützt die Bill und Melinda Gates Stiftung mit 30 Milliarden Dollar

In der Tat finden sich in den Bilanzberichten, die die Gates-Stiftung auf ihrer Website veröffentlicht, folgende Investments: in Umweltverschmutzer wie ConocoPhillips Chart zeigen, Dow Chemical Chart zeigen und Tyco; in internationale Raffinerieunternehmen wie Royal Dutch Shell Chart zeigen; in den Bergbaukonzern Anglo American Chart zeigen, dessen Papierfabrik im südafrikanischen Durban mit seinen Schadstoffen "Kinder krank macht, während die Stiftung versucht, ihre Eltern vor Aids zu retten" ("Los Angeles Times"); in Pharmariesen wie Abbott Laboratories Chart zeigen, deren Aids-Mittel für Patienten, die die Stiftung behandeln lässt, unbezahlbar sind.

Das jüngste Gates-Portfolio, das 4714 getippte Anlageseiten zum Bilanzbericht 2005 umfasst, beinhaltet auch den Nahrungsmittelkonzern Archer Daniels Midland (wegen Kinderarbeit und hoher Staatssubventionen in der Kritik) und die Hypothekenbank Fannie Mae (wegen Bilanzbetrug im Visier der Justiz). Die Stiftung, so resümiert die "Los Angeles Times", halte Anteile "an vielen Companys, die im Test sozialer Verantwortung durchfallen, wegen Umweltsünden, Diskriminierung, Missachtung von Arbeiterrechten oder unethischen Praktiken".

Lieber ein "passiver Investor"

Diese Firmen sind natürlich auch in zahllosen anderen Portfolios und Fonds enthalten, ohne dass dagegen groß etwas eingewendet wird. Wohltätige Stiftungen dagegen, sagt Bauer, "müssen sich nun einmal höheren Ansprüchen unterwerfen lassen als normale Investoren".

Andere haben das Problem nach Angaben Douglas Bauers bereits erkannt und umzudenken begonnen. "Wenn man schon mit den Spenden kreativ ist", so Bauer, "dann kann man doch genau so mit den Investments Gutes tun." Allein fünf Prozent des gesamten US-Stiftungsguthabens von fast 600 Milliarden Dollar in "soziale Investments" zu stecken - also Firmen und Fonds, die sozial und ethisch unantastbar seien - wäre ein enormer Schritt.

Unter den Stiftungen, die soziale Gerechtigkeit, Firmenethik und Umweltbewusstsein immer mehr zur Grundlage ihrer internen Investments machen, befinden sich die Ford Foundation (die zweitgrößte US-Privatstiftung), die MacArthur Foundation und die Rockefeller Foundation. Rund ein Drittel aller Stiftungen beteiligen sich außerdem aktiv an Shareholder-Initiativen.

Gates-Geschäftsführerin Scott dagegen bestätigte, dass sich ihre Stiftung bisher grundsätzlich nicht um eine ethische Bewertung ihrer Investments bemüht habe. Auch scheue die Stiftung eigentlich von sozialem "Shareholder-Aktivismus" zurück: Man agiere lieber als ein "passiver Investor".

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