3. Strukturierung der Finanzierung
Wie in der Diskussion zu den einzelnen Instrumenten deutlich geworden, können Unternehmen in der Seed-Phase nur auf eine begrenzte Auswahl zurückgreifen. Die Finanzierung wird daher zumeist eher von opportunitäts- als von strukturierungsbezogenen Aspekten geprägt sein. Trotzdem sollte eine Strukturierung so weit wie möglich vollzogen werden, da die Finanzierung in der Seed-Phase nachfolgende Finanzierungsrunden wesentlich beeinflussen kann.
Bei einer Strukturierung lassen sich drei für ein Unternehmen in der Seed-Phase typische Zielstellungen identifizieren: Niedrige Finanzierungskosten sollen die Liquiditätsbelastung zumindest in der Anfangzeit minimieren. Eine geringe Verwässerung der Eigentümerrechte für die Gründer soll deren Kontrolle über das Unternehmen sichern. Eine einfache Finanzierungsstruktur soll den sonstigen Aufwand beispielsweise für Gesellschafterbeschlüsse und das Berichtswesen nicht unnötig komplex zu gestalten.
Aus diesen Zielstellungen ergibt sich, dass ein Unternehmen in der Seed-Phase zunächst das persönliche Eigenkapital der Gründer ausschöpfen sollte, da sowohl bei Förderfinanzierungen als auch von VCG ein erhebliches Eigenengagement erwartet wird. Eine Ergänzung um Eigen- und Fremdkapital von nahestehenden Personen ist nach Verfügbarkeit und individueller Neigung zu prüfen.
Der verbleibende Finanzierungsbedarf sollte weitgehend durch die Aufnahme öffentlicher Fördermittel gedeckt werden. Hier stehen günstige Konditionen und der Erhalt des Kapitalanteils der Gründer am Unternehmen im Vordergrund. Insbesondere bei stark wachstumsorientierten Unternehmen wird ein weiterer Kapitalbedarf verbleiben. Dieser kann durch institutionelle Eigenkapitalinvestoren gedeckt werden. Aus Sicht der Finanzierungskosten sind hier Business Angels und öffentliche VCG zu bevorzugen.
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