Von Simon Hage
mm.de: Wie sieht heutzutage die Altersstruktur in den Clubs aus? Sehen Sie die Gefahr, dass sich saturierte ältere Herren die Plätze zuschanzen, während junge Geschäftsleute außen vor bleiben?
Gradinger: Aus diesem Grund wurde Round Table 1927 gegründet. Bei diesem Club scheiden Mitglieder automatisch aus, die älter als 40 Jahre sind. Das ist sehr angenehm, weil dadurch auch jedes Jahr neue Mitglieder hinzukommen. Der Club erneuert sich selbst.
mm.de: Kämpfen andere Clubs wie Rotary oder Lions mit dem Problem der Überalterung?
Gradinger: In der Tat gibt es nur wenige Rotarier oder Lions, die unter 30 Jahre alt sind. Natürlich haben diese Clubs auch eigene Jugendorganisationen, die jedoch eigenständig sind - beispielsweise Rotaract, eine Organisation der Rotarier. Wer Mitglied bei Rotaract ist, wird später nicht automatisch Rotarier.
mm.de: Sind klassische Serviceclubs nicht ohnehin längst überholt? Jüngere Menschen nutzen doch lieber Onlinenetzwerke wie Open BC.
Gradinger: Das kann man nicht vergleichen. In traditionellen Clubs geht es um persönliche Kommunikation. Man sitzt sich gegenüber, streitet und diskutiert. Internetnetzwerke hingegen stellen eher berufliche Netzwerke dar. Diese schätze ich sehr stark ein, und sie werden auch künftig eine große Rolle spielen. Aber Onlinenetzwerke werden die Serviceclubs sicher nicht ablösen, da sie nicht die Kultur und die Tradition ersetzen können, die traditionelle Vereinigungen verkörpern und weiterentwickeln.
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