"Was kann ich, was will ich"
Auf der anderen Seite besteht allerdings das Risiko, des Guten zu viel tun: "Wenn man es übertreibt, kann das nach hinten losgehen", warnt der Coach Axel Janßen aus Hamburg.
Der Entlassung vorbeugen: Wer Verantwortung übernimmt, wird flexibler
Letztlich laufe alles darauf hinaus, Selbstführung zu entwickeln, erläutert Janßen. "Das bedeutet, selbst Verantwortung zu übernehmen, statt auf Vorgaben vom Chef zu warten." Dabei komme es nicht darauf an, sich exakt an ein vorgegebenes Profil zu halten. "Wichtiger ist es, das Ohr am Puls der Zeit zu haben: Was wird gerade jetzt von mir erwartet und was kann ich selbst unternehmen?"
Fatal wäre es, die Aktivitäten zur Jobsicherung alleine auf den derzeitigen Arbeitgeber auszurichten. Denn auch der ist vor äußeren Einflüssen nicht geschützt, warnt Janßen: "Wenn zum Beispiel ein Unternehmen aufgekauft wird und die Konzernleitung plötzlich Schwedisch spricht, nützt einem das Netzwerk im eigenen Betrieb eher wenig." Wer ein Netzwerk außerhalb der Firma pflegt, sichert sich besser ab: Über kommunikationsstarke und flexible Problemlöser freuen sich auch andere Chefs.
"Kein Weg scheint sinnvoll, bei dem man sich nur von anderen abhängig macht", bestätigt Longa Dressler. Die Karriereberaterin rät dazu, auf die eigene Stimme zu hören: "Wer bin ich, was kann ich und was will ich tun?" Die Herausforderung bestehe darin, Leidenschaft und Verantwortungsgefühl für die eigene Arbeit zu entwickeln. Und zu entdecken, für welche Aufgaben man überhaupt Leidenschaft aufbringen kann. Das sei der wichtigste Beitrag zur Sicherung des Jobs.
Jörg Wiebking, dpa
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