Oslo - Der Friedensnobelpreis geht in diesem Jahr überraschend an den aus Bangladesch stammenden Wirtschaftsfachmann Muhammad Yunus und dessen Grameen Bank, die sich gegen Armut in Bangladesch einsetzt. Das gab das Nobelpreiskomitee am Freitag in Oslo bekannt.
Mit der Auszeichnung würdigte das Nobelkomitee die Bemühungen um "die wirtschaftliche und soziale Entwicklung von unten". Mit Mikrokrediten und anderen Mitteln habe Yunus seine Vision zugunsten von Millionen Menschen in Bangladesch und anderen Ländern in praktisches Handeln umgesetzt. Die fünf Mitglieder der Jury sichteten vor ihrer Entscheidung insgesamt 191 Vorschläge.
"Dauerhafter Frieden kann nicht erreicht werden, wenn große Teile der Bevölkerung keine Wege finden, um aus der Armut auszubrechen", erklärte das Nobelkomitee. Kredite an Arme ohne jede finanzielle Sicherheit seien lange Zeit völlig unvorstellbar gewesen. Mit seiner Grameen Bank habe Yunus Mikrokredite zu einem wichtigen Instrument im Kampf gegen die Armut gemacht. Nach bescheidenen Anfängen vor drei Jahrzehnten sei die Grameen Bank inzwischen ein Vorbild und Quelle der Inspiration für viele ähnliche Einrichtungen in der ganzen Welt. Der 66-jährige ehemalige Ökonomieprofessor der Universität von Chittagong hatte die Grameen Bank 1976 gegründet.
Grameen Bank erhielt bereits Petersberg-Preis
"Das ist fantastisch, unglaublich, vielen Dank", sagte Yunus dem norwegischen Fernsehsender NRK in einer ersten Reaktion. Ein Projekt der Grameen-Bank wurde bereits vor zwei Jahren mit dem Petersberg-Preis der Development Gateway Foundation ausgezeichnet. Der Preis wird unter anderen vom Bundesland Nordrhein-Westfalen gesponsert.
Der Friedenspreis ist traditionell die letzte Auszeichnung, die im Reigen der Nobelpreise bekannt gegeben wird. Der Nobelpreis für Literatur ging am Donnerstag an den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk. Davor wurden bereits die Preise für Medizin, Physik und Chemie vergeben, die alle an amerikanische Wissenschaftler gingen.
Die Preise sind mit jeweils zehn Millionen Kronen (1,07 Millionen Euro) dotiert und werden am 10. Dezember vergeben, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.
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