Von Simon Hage
mm.de: Kann man auch lernen, mit Krisen umzugehen? Nach jahrelanger Arbeit droht der Spaß daran verloren zu gehen. Wie geht man damit um?
Asgodom: Erst einmal muss man die Krise erkennen. Dazu muss man sich fragen: Mit welchem Gefühl wache ich morgens auf? Freue ich mich - oder bin ich bedrückt und will am liebsten gar nicht erst aufstehen? Freue ich mich auf meine Kollegen, auf meine Vorgesetzten und auf mein Büro?
mm.de: Glauben Sie ernsthaft, dass es Menschen gibt, die sich morgens auf das Büro und auf ihren Chef freuen?
Asgodom: Na hören Sie mal, ich hoffe doch, dass es viele solcher Menschen gibt! Und wenn man sich nicht freut, dann muss man eben etwas ändern. Es gibt den schönen Spruch: "Love it, change it, or leave it." Wenn dir dein Arbeitsplatz nicht gefällt, dann verlasse ihn, und suche dir etwas anderes. Wenn du nicht gehen willst, dann musst du ändern, was dich bedrückt. Wenn das auch nicht geht, dann nehme deinen Job so an wie er ist - "love it". Die Schriftstellerin Amy Tan sagt: Wenn du dein Schicksal nicht ändern kannst, ändere deine Einstellung.
mm.de: Es gibt auch den Spruch, der Vergleich sei der Tod jeden Glücks. Muss man also bisweilen einfach damit zufrieden sein, was man hat, statt ständig auf erfolgreichere Kollegen zu schielen?
Asgodom: In der Tat ist Großzügigkeit ein weiterer Schlüssel zur Gelassenheit. Lerne es zu ertragen, wenn jemand anderes mehr hat als du. Man kann natürlich Benchmarking betreiben und sich fragen: Wie schafft es der Kollege, erfolgreicher zu sein als ich? Aber man darf ihm seinen Erfolg nicht übel nehmen.
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