Stuttgart - "Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel", hat der chinesische Philosoph Konfuzius gesagt, dessen Lehren Asien bis heute prägen. Wie recht er damit hat, weiß jeder, der einmal mit einem ausländischen Geschäftspartner verhandelt hat und dabei in erster Linie über kleine Benimm- und Verständnisfehler gestolpert ist. Vor allem die asiatische Kultur macht es Europäern nicht immer leicht. Umso wichtiger, einen Aufenthalt in China, Japan oder eben auch Korea gut zu planen.
"Rund 90 Prozent aller Manager bereiten sich nicht richtig vor", ist die Erfahrung von In-Ho Johann Kim, Head of Strategy & Legal Affairs der nanoCrypt AG in Stuttgart. Der Koreaner ist in Deutschland aufgewachsen und weiß, wie es um die potenziellen Fettnäpfchen, die kulturellen Unterschiede und die gängigen Schwierigkeiten zwischen Deutschen und Koreanern steht.
In den 20 Managern, die am manager-lounge-Treffen teilnehmen, hat er kenntnisreiche Zuhörer gefunden. Fast jeder von ihnen war bereits geschäftlich in Asien unterwegs, manchmal sogar für Jahre dort stationiert. Kein Wunder, dass in der Diskussionsrunde die Wellen hochschlagen und die schönsten Geschichten ans Licht kommen.
"Wundern Sie sich nicht, wenn Ihr koreanischer Geschäftspartner in der Sauna plötzlich anfängt, Ihnen den Rücken zu schrubben", sagt In-Ho Johann Kim und erntet dafür ausgelassenes Gelächter. In die Sauna zu gehen gehört bei koreanischen Geschäftsleuten zur dritten Stufe der Verhandlungen. Diese Stufe wird jedoch nur erreicht, wenn man grundsätzlich sympathisch ist.
Ob dem so ist, wird zunächst beim Essen herausgefunden - und natürlich beim obligatorischen Alkoholgenuss. "Da wird nicht getrunken, da wird gesoffen", sagt Kim, und wieder nicken die meisten in der Runde zustimmend. "Ist das aber nicht ein Gesichtsverlust, wo es doch in Asien so wichtig ist, das Gesicht zu wahren?", will ein Manager wissen. "Wir zeigen auf diese Weise mehr von unserem inneren Charakter, deshalb wird Trinken als vertrauensfördernd angesehen", erklärt Kim. "Und abgesehen davon ist es recht günstig, Asiaten betrunken zu machen", fügt er schmunzelnd hinzu.
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