Von Karsten Langer
Hamburg - Juristen sind eine Spezies für sich. Wie Ärzte haben sie ihre Standesvertretung und feste Honorarsätze, aber ihre Arbeit findet eher im Verborgenen statt. Ein Jurist verübt diskrete Dienste, jedoch: Sein Urteil hat Gewicht.
In der Wirtschaft haben gute Juristen Konjunktur, egal, ob sie sich auf Verträge, Börsengänge, Verkäufe oder Fusionen spezialisiert haben. Längst hat der Wettlauf um die Besten begonnen, renommierte Kanzleien umwerben die High-Potentials der Advokatenszene ebenso wie deutsche Großkonzerne, Wirtschaftsprüfer oder Unternehmensberater. Wer aber sind die Lieblingsarbeitgeber der Juristen? Was erwarten sie von ihrem Job, wie viel Geld wird verlangt?
Für die Studie "Die Lieblingsarbeitgeber der Juristen" hat das Trendence-Institut in Kooperation mit dem Karrierenetzwerk E-Fellows.net die beliebtesten Arbeitgeber der Juristen analysiert. Die Untersuchung wurde durchgeführt unter Studierenden, Referendaren sowie Volljuristen, gut 1500 Fragebögen wurden ausgewertet.
Unter den 50 ermittelten Lieblingsarbeitgebern rangiert an erster Stelle das Auswärtige Amt, es folgen die beiden Kanzleien Freshfields Bruckhaus Deringer und Hengeler Mueller. Clifford Chance ist vom sechsten auf den vierten Platz vorgerückt, Gleiss Lutz Rechtsanwälte vom vierten auf den fünften Platz zurückgefallen. Platz sechs teilen sich gleich drei Unternehmen: CMS Hasche Sigle, Linklaters und McKinsey. Dabei zählen vor allem CMS (Vorjahr Platz 16) und McKinsey (Vorjahr Platz elf) zu den Aufsteigern des Jahres. Auf die Plätze neun und zehn zurückgefallen sind Lufthansa (Vorjahr Platz fünf) und BMW (Vorjahr Platz acht).
Auf den ersten Blick macht es den Eindruck, als seien Großkonzerne in der Gunst der Juristen gefallen, Kanzleien und Berater dagegen gestiegen. So fielen Allianz und Siemens aus den Top Ten, und auch DaimlerChrysler (von 15 auf 19) und Porsche (von 11 auf 12) mussten einen kleinen Rückschlag hinnehmen. Größeres Interesse scheint dagegen an Medienunternehmen zu bestehen. ProSieben und Bertelsmann konnten ein paar Plätze gutmachen. Neu in den Top 50 sind die drei Konzerne Audi, Eon (beide Rang 27) und RWE (Rang 36).
Neben CMS, deutlichster Aufsteiger des Jahres, sind die Kanzleien Nörr Stiefenhofer Lutz (Vorjahr Platz 34 nun Platz 24) und Graf von Westphalen Bappert & Modest (Vorjahr Platz 35, nun Rang 25). In der Gunst der Juristen gesunken sind die Kanzleien Luther (nun Rang 42, Vorjahr Rang 26) und Haarmann Hemmelrath (aktuell Rang 46, Vorjahr Rang 31). Haarmann Hemmelrath existiert unter diesem Namen nicht mehr und firmiert unterdessen unter RSM Hemmelrath. Neu in den Top 50 ist die Kanzlei Hogan & Hartson Raue LLP (Rang 41) und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte (Rang 50).
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