Berlin/Hamburg - Das vorzeitige Ende einer akademischen Ausbildung ist nichts Ungewöhnliches. Laut einer Studie des Hochschul-Informations-Systems (HIS) in Hannover brechen rund 25 Prozent der Studierenden eines Jahrgangs ihr Studium ab.
Die Gründe sind vielschichtig. "Häufig sind es Motivationsprobleme", sagt Hans-Jürgen Awe, Berater für akademische Berufe bei der Arbeitsagentur in Berlin-Mitte. Nicht wenige Studierende fühlten sich an den anonymen Universitäten regelrecht unwohl. Der Wechsel an eine Fachhochschule könne in diesem Fall eine Alternative sein. "Sie sind überschaubarer und praxisnäher", erläutert Awe.
Auch finanzielle Gründe spielen häufig eine Rolle. Für Studierende, deren Eltern über wenig Geld verfügen, werde das Studium immer schwieriger, beobachtet Susanne Bollinger, Mitarbeiterin des Zentrums für Studienberatung und Psychologische Beratung (ZSPB) der Universität Hamburg. Bafög-Leistungen wurden gekürzt, vielerorts müssen zudem Studiengebühren aufgebracht werden. "Es gibt Studiengänge, da haben Studierende einen Achtstundentag", so Bollinger. "Wer am Wochenende noch kellnern muss, um das Studium mitzufinanzieren, benötigt viel Kraft."
Besonders hoch ist die Abbrecherquote in Fächern wie etwa den Sprach- und Kulturwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und der Informatik. Unter Medizin-Studenten und angehenden Lehrern ist die Quote niedriger. "Geisteswissenschaftler brauchen viel Eigenmotivation", erklärt Susanne Bollinger. Denn oft seien die Berufsperspektiven unklar. In den Naturwissenschaften sowie in Betriebswirtschaftslehre führten dagegen meist hohe Leistungsanforderungen zu einem Abbruch.
Wer bereits in den ersten Semestern feststellt, dass er mit dem Studium nur schwer vorankommt, kann sich an die Fachbereichsberater oder die Studienberatung seiner Hochschule wenden. "Viele Studierende suchen zwar eine Beratung auf. Die Entscheidung über Abbruch oder Fortsetzung des Studiums wird jedoch immer wieder hinausgeschoben", bemängelt Berater Awe. Es sei besser, Vor- und Nachteile abzuwägen und die Konsequenzen zu ziehen.
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