Von Rainer Steppan
mm.de: Was hat das mit der Wahl des Managing Director zu tun?
Neumann: Sehr viel. Ich will Ihnen ein Beispiel nennen. Wir haben vor einigen Monaten ein Projekt für einen großen amerikanischen Industriekonzern geleitet. Es ging um das Integrationsmanagement nach einer Fusion mit einem Konzern in Fernost. Dabei waren neben zahlreichen Managern Berater aus neun Nationen involviert. Wir mussten uns innerhalb kürzester Zeit nicht nur einen Überblick über die Sachlage verschaffen, sondern auch eine überzeugende Präsentation abliefern.
Das geht nur, wenn die internationale Zusammenarbeit Routine ist und ohne Konflikte abläuft. Laudicina symbolisiert den bei solchen Projekten nötigen, global agierenden Beratertyp wie kaum ein anderer in unserer Firma. Mit seiner Wahl wollten wir unterstreichen, dass wir in der Lage sind, solche Projekte zu bewältigen.
mm.de: Das angeblich weltumspannende Netz von A.T. Kearney weist aber erhebliche Löcher auf. In Europa standen beispielsweise Ihre französischen Kollegen stets in der Kritik, nicht länderübergreifend zu arbeiten – geschweige denn global.
Neumann: Das ist Vergangenheit. In den vergangenen Monaten haben wir die Infrastruktur in unseren Einheiten entscheidend verändert, und gerade bei den Franzosen www.consultingstar.comist spürbar, dass sie kooperieren wollen. Wir haben übrigens beim Rückkauf unser gesamtes globales Netzwerk ohne Lücken übernommen.
mm.de: Was wird Ihr neuer Managing Director als Erstes ändern?
Neumann: Laudicina tritt sein neues Amt am 1. September an. Von daher ist es sicher zu früh, über seine künftigen Entscheidungen zu sprechen. Aber: Laudicinas Team beobachtet seit Jahren die globalen Märkte und analysiert die Wirtschaftspolitik. Deshalb kann er nicht nur seine Klienten bei der strategischen Ausrichtung ihres Geschäfts beraten, sondern auch unserem Beratungsunternehmen wichtige Impulse geben.
mm.de: Alle großen Beratungsfirmen wollen als globaler Dienstleister wahrgenommen werden. Bis Ende vergangenen Jahres war die Zugehörigkeit zum EDS-Konzern und die Nähe zu dessen Outsourcing-Lösungen das auffälligste Alleinstellungsmerkmal von A.T. Kearney. Was unterscheidet Ihre Firma künftig von den Wettbewerbern?
Neumann: Wir verbinden als einziges Beratungsunternehmen unter den Top Ten in idealer Weise Strategiekompetenz und Operations Know-how. Bei anderen Häusern klafft hier eine Lücke. Entweder sie sind strategielastig, oder der Schwerpunkt liegt bei Informationstechnologie und Prozessen. Wir sehen uns aber nicht nur als einer unter den weltweit arbeitenden Vollsortimentern der Consultingbranche.
Wir sind diejenigen unter den Vollsortimentern, die ihren Klienten helfen, entlang der gesamten Wertschöpfungskette entscheidende Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Unsere Berater haben so wie ich oft langjährige Managementerfahrung in der Industrie gesammelt und sind bereit und in der Lage, nicht nur auf Vorstandsebene zu arbeiten. Das unterscheidet uns von anderen, und dieses Profil werden wir konsequent schärfen.
Das Interview führte Rainer Steppan, Consultingstar
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