21.07.2006
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A.T. Kearney

"Mit 40 zählte man zum alten Eisen"

Von Rainer Steppan

A.T. Kearney hat aufregende Monate hinter sich. Zentraleuropa-Chef Dietrich Neumann erklärt im Interview mit manager-magazin.de. warum die Partner vor Kurzem Paul Laudicina zum Nachfolger von Henner Klein zum CEO gewählt haben, wie die Berater die Abwanderung ihrer besten Mitarbeiter stoppen und neue Aufträge an Land ziehen wollen.

mm.de: A.T. Kearney ist wieder einmal im Gespräch – ausnahmsweise mit positiven Nachrichten. Trotz langer Geburtswehen ist die Trennung von Ihrem einstigen Eigentümer Electronic Data Systems (EDS) mittlerweile gelungen, jetzt die geräuschlose Wahl von Paul Laudicina zum Nachfolger von Henner Klein an der Spitze von A.T. Kearney. Was kommt als Nächstes?

"Wir werden wohl in 2006 zweistellig zulegen": Dietrich Neumann, Zentraleuropachef von A.T. Kearney
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"Wir werden wohl in 2006 zweistellig zulegen": Dietrich Neumann, Zentraleuropachef von A.T. Kearney

Neumann: Jetzt wollen wir es all denjenigen zeigen, die uns als Topberatungsfirma schon abgeschrieben hatten.

mm.de: 2001 lag Ihr weltweiter Umsatz bei 1,4 Milliarden Dollar, vergangenes Jahr bei gerade einmal 800 Millionen – während Ihre Wettbewerber bereits wieder zulegen konnten. Wie wollen Sie den Turnaround schaffen?

Neumann: Wir sind bereits auf dem besten Weg hierzu. Im deutschsprachigen Raum ist unser Umsatz bereits im vergangenen Jahr um fast 8 Prozent gestiegen: von 153 Millionen Euro auf 165 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2006 aber verzeichnen wir deutlich höhere Zuwachsraten als viele unserer Konkurrenten.

Die Zahl der neuen Aufträge ist sogar um 40 Prozent nach oben geschnellt. Ähnlich ist die Situation in allen großen Ländern, in denen A.T. Kearney Stützpunkte unterhält. Auch hier registrieren wir eine starke Belebung der Nachfrage. Wir werden wohl im Durchschnitt zweistellig zulegen.

mm.de: Ihre besten Kräfte haben Sie doch in den vergangenen Jahren an die Konkurrenz verloren. Mit welchem Personal wollen Sie die Arbeit bewältigen?

Neumann: Es ist richtig, dass wir Verluste verkraften mussten. Bei einigen dieser Mitarbeiter war es für uns nachvollziehbar, dass sie ihre Karrierechancen woanders besser einschätzten. Jetzt aber kehrt sich die Situation um. Wir haben weit mehr Interessenten, als wir aufnehmen wollen und können.

Aus dem Pool dieser Interessenten haben wir in den ersten Monaten dieses Jahres allein im deutschsprachigen Raum etwa 50 neue Berater eingestellt. 60 bis 100 Neuzugänge sollen es bis zum Jahresende werden. Das Bild in anderen Ländern ist ähnlich erfreulich, vor allem in den USA, dem weltweit größten Markt für Unternehmensberatung.

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