Von Benedikt Mandl, Cambridge
Fast alle Bewerber geben beispielsweise an, bereist und an fremden Kulturen interessiert zu sein. Stimmt das, so würde der Kandidat nach einer Rucksackreise durch Südostasien nicht nur die besten Strände von Phuket kennen, sondern eben auch wissen, dass burmesische Frauen innerhalb der Familie traditionell höchsten Respekt erfahren.
Für den Erhalt und die Pflege des Netzwerkes sorgen Absolventenvereinigungen der jeweiligen Ehrenstipendien. Denn obwohl der Gates Trust von Bill und Melinda Gates mit 210 Millionen Dollar gefüttert und damit sogleich als größte private Stipendienstiftung gegründet worden ist, werden gemeinnützige Spenden von Absolventen ausdrücklich erwünscht sein.
Die größte Konkurrenz für die Honour Scholarships stellen denn auch öffentliche Stipendien dar, die unter Umständen besser bezahlen als die angeblich so elitären Privatstiftungen. Das betrifft vor allem Studenten aus naturwissenschaftlichen und technischen Fächern, die beispielsweise in Cambridge mit staatlichen Stipendien der britischen Research Councils fast 50 Prozent mehr verdienen als durch den Gates Trust.
Den großen Ehrenstipendien bleibt ihr Ruf. Er wird auch in Zukunft gewährleisten, dass jährlich bis zu 30.000 Bewerbungen in den Verwaltungsbüros eingehen. Erfolgreiche Bewerber werden an ihren Herkunftsunis dann meist gefeiert wie Helden – zählt ihr Erfolg doch als Indikator für das hohe akademische Niveau der Universität.
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