Von Eva Buchhorn
Hamburg - Den 3. Juli 2003 wird Frank Krüger (56, Name von der Redaktion geändert), damals Bereichsleiter bei einem Energieversorger im Rheinischen, niemals vergessen. Es war der Tag, an dem er plötzlich auf der Straße stand. Sein Arbeitgeber hatte im Zuge einer Umstrukturierung eine Hierarchieebene eingespart. Die gesamte Führungsriege unterhalb der Geschäftsführung musste gehen - auch Frank Krüger.
Knapp eineinhalb Jahre später sitzt Krüger strahlend und gut gelaunt am Schreibtisch seines Büros, im Fenster hinter ihm geht an diesem graublauen Abend die Sonne über Norddeutschland unter. Das Telefon klingelt, Krüger parliert zuvorkommend mit Kunden und Kollegen. Wer ihn erlebt, käme nie auf die Idee, dass dieser Mann vor nicht langer Zeit noch um seine Existenz kämpfte.
Seit März 2004, drei Monate vor seinem offiziellen Vertragsende, hat der Energiemanager einen neuen Job. Als Sales Manager betreut er für einen internationalen Energie-Multi Kunden im Nordwesten der Republik.
Wie der Wechsel so schnell klappte? Krüger erhielt bei der Jobsuche professionelle Unterstützung. Sein Arbeitgeber zahlte ihm eine Outplacementberatung. Mit Hilfe der Berater lernte Krüger, die Fahndung nach einer neuen Aufgabe genauso fachmännisch anzugehen wie seinen Managerberuf.
Outplacement funktioniert wie eine groß angelegte Marketingoffensive. Das Produkt ist der entlassene Manager. Wie Werbefachleute sammeln der Berater und sein Klient differenzierte Informationen über das Produkt, suchen systematisch den passenden Markt, schreiben einen Verkaufsprospekt und entwerfen eine schlüssige Kommunikationsstrategie.
Abgeschlossen ist die Beratung, wenn der Klient einen neuen Job gefunden und die Probezeit überstanden hat.
Bislang nutzt nur eine Minderheit entlassener Führungskräfte die Dienste der Bewerbungsexperten. Das liegt nicht immer an der Knauserigkeit der Unternehmen; oft rechnet sich die Investition sogar für den Arbeitgeber.
In vielen Fällen sind es die Manager selbst, die statt der Beratung lieber die Abfindung nehmen und denken, nach ein paar Bewerbungen säßen sie bestimmt bald wieder fest im Sattel. Was sich nur allzu oft als Irrtum herausstellt.
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