Von Benedikt Mandl
Die Variante einer Neugründung wurde auch in Deutschland debattiert - doch verschwand sie im föderalen Hickhack schnell wieder von der Tagesordnung. Genau diesen Weg verfolgt Deutschlands südlicher Nachbar. In Österreich soll ab Herbst 2006 das "Austrian Institute of Science and Technology" mit Harvard, Cambridge und dem MIT konkurrieren.
Österreich hat an seinen Hochschulen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie Deutschland: sperrige Verwaltungsapparate, geringe Flexibilität und eine mittelprächtige Ausgangssituation im internationalen Wettstreit vor allem mit Unis aus den USA.
Einen möglichen Ausweg aus der Misere zeigte im August 2002 der Quantenphysiker Anton Zeilinger auf. Im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche in Tirol forderte er die Schaffung einer "Flaggschifforganisation". Gemeint war eine Universität für Master- und Doktorstudien, die Forschung und Lehre auf höchstem Niveau bietet.
Im Januar 2005 wurde aus Zeilingers Vorschlag ein konkretes Projekt. Das Bildungsministerium betraute eine Arbeitsgruppe mit der Ausarbeitung eines Konzepts für eine naturwissenschaftlich-technische Eliteuni, die künftig Spitzenforscher aus aller Welt nach Österreich locken soll. Schon ab dem kommenden Oktober sollen zunächst zehn Forschungsgruppen die Arbeit aufnehmen. Bis 2016 ist ein Ausbau auf 25 bis 30 Gruppen mit etwa 500 Wissenschaftlern geplant.
Gugging gegen Wien
Die Kosten für das Projekt werden mit 80 Millionen Euro für die Errichtung und 70 Millionen pro Jahr für den Betrieb beziffert. Kein Wunder also, dass sich gleich mehrere Bundesländer für das Prestigeprojekt beworben hatten. Als die Entscheidung vor wenigen Wochen fiel, kam dann allerdings nicht der Favorit Wien, sondern Gugging im Bezirk Klosterneuburg zum Zug - ein Dorf in Niederösterreich, das selbst Kennern der österreichischen Geografie nur in Ausnahmefällen ein Begriff sein dürfte. Dort soll die Elite-Uni auf dem Gelände einer ehemaligen Nervenheilanstalt angesiedelt werden.
Seither beuteln politische Sturmböen die Flaggschiffinstitution. Unter großer medialer Anteilnahme verließen drei führende Wissenschaftler die Planungsgruppe, unter ihnen auch Anton Zeilinger. Wenig später folgte der Teamleiter Sigurd Höllinger. Die Forscher werfen der konservativen Bundesregierung vor, die Standortentscheidung nach parteipolitischen Erwägungen getroffen zu haben. Zudem kritisieren die bestehenden Unis in Österreich die Idee einer Neugründung und verweisen auf bestehende Spitzeninstitutionen etwa in Wien.
Ein halbes Jahr vor dem geplanten Starttermin schlingert das Flaggschiff schon gehörig. Fast täglich treten neue Gegner des Standortes Gugging auf den Plan. Die Opposition will nach den Nationalratswahlen im Herbst naturgemäß in die Regierung wechseln und hat für diesen Fall schon angekündigt, die Eliteuni doch noch in die Hauptstadt zu holen.
Und in Wien selbst ist in den letzten Wochen eine Initiative entstanden, die laut über die Gründung einer zweiten Eliteuni nachdenkt. Schließlich, so das Kalkül, belebe Konkurrenz ja den Wettbewerb.
Diese Beschränkung Ihrer Vorstellungskraft kann ich mir sehr gut vorstellen. Ich habe immer noch Schwierigkeiten, zu verstehen, daß das anders ist, und habe nur partielle und mich nicht letztlich überzeugende Antworten dafür. [...] mehr...
Das kann ich mir nur vorstellen, wenn der Kanditat vorher einige Liter dieser alkoholischen Getränke konsumiert hat oder er hypernervös in einer Prüfung sitzt, weil er genau weiß, daß er mit einer schlechteren Note als 1,5 als [...] mehr...
Ach was! Spätestens 2009 wird - zumindest an den Baden-Württembergischen Unis Hochschulen - optimiert: Gleichrangigkeit von Forschung und Lehre. Sprich: Mehr Lehre, vermehrt Pflicht zum Einwerben von Drittmitteln. Stärkere [...] mehr...
Mein Tip an alle im Ausland arbeitenden Wissenschaftler: don't come back! Keine Eliteuni und keine Exzellenzinitiative kann einem in Deutschland das wiedergeben, was man zum kreativen Forschen braucht: Zeit und Muse. Stattdessen [...] mehr...
Ich hätte mir die Fertigstellung der Ortsumgehung von Graben- Neudorf 10 Jahre früher gewünscht. mehr...
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