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02.01.2006
 

Management

So nah und doch so fern

Mehr als eineinhalb Jahre nach der EU-Erweitung investieren mehr und mehr Deutsche in Polen - und umgekehrt. Doch trotz der räumlichen Nähe scheitern nicht wenige Geschäftskontakte. Vielen Managern mangelt es am richtigen Umgang mit der anderen Seite.

Warschau - Mehr als eineinhalb Jahre nach der EU-Erweiterung sind nicht nur deutsche Firmen die größte ausländische Investorengruppe in Polen, auch polnische Unternehmen haben ihr Interesse am deutschen Markt entdeckt.

Brücke in Frankfurt/Oder nach Polen: Zwei Länder, zwei Kulturen
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DPA

Brücke in Frankfurt/Oder nach Polen: Zwei Länder, zwei Kulturen

In Berlin etwa werden bereits Schuhe und Sportkleidung polnischer Ketten verkauft. Das gesteigerte Interesse bekommt auch Lars Bosse zu spüren, der Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Polnischen Außenhandelskammer (AHK) in Warschau. "Der deutsche Markt wird von polnischen Unternehmen immer stärker nachgefragt", sagt er.

Nach dem EU-Beitritt Polens sind darunter auch immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen. "Außerhalb des Urlaubs haben die noch nichts von der Welt gesehen" beschreibt Bosse engagierte und willige, aber mitunter an Bürokratie und Unkenntnis mit den Regeln im Nachbarland verzweifelnde Investoren, die - ganz gegen den Trend der Abwanderung aus Deutschland - ausgerechnet im Hochlohnland Deutschland neue Arbeitsplätze schaffen wollen.

Unterschiedliches Zeitgefühl der Polen und Deutschen

Steuerrecht und Baugenehmigungen sind jedoch nur ein Problem. In der Praxis komme es oft genug zum Kulturschock, berichtet Marek Kloczko, Präsident der Polnischen Industrie- und Handelskammer.

"Zwischen Deutschland und Polen sind die Kulturunterschiede zum Glück geringer als etwa mit Japan, aber viele polnische Unternehmen haben noch gar keine Erfahrung mit ausländischem Engagement", sagt der Experte.

Trotz der räumlichen Nähe von Deutschland und Polen kann die erste Begegnung auf Grund der Kultur- und Mentalitätsunterschiede schnell zum Reinfall führen. Angefangen vom ganz unterschiedlichen Zeitgefühl der Polen und Deutschen über unterschiedliche Kommunikationsmodelle über die richtige Anrede bis hin zur Terminplanung.

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