Von Klaus Ahrens
Es ist etwas Unerhörtes passiert diesen Mai, eine Widrigkeit ganz und gar außerhalb der gewohnten Weltordnung. "Vielleicht sollte man gar nicht darüber reden", sagt Karl-Friedrich Scheufele.
Dann redet er doch, zwischen den Augenbrauen Falten des Unmuts: Eigentlich sei er gut gestartet an diesem Frühsommerabend auf der Piazza Vittoria von Brescia, zwischen 375 kostbaren alten Autos, gesteuert von Leuten wie Prinz Poldi von Bayern, den Fahrerlegenden Jochen Maas und Stirling Moss.
Auch Leitfiguren der deutschen Wirtschaft waren zugegen. Jürgen Schrempp für Mercedes
etwa, Rudi Lamprecht für Siemens
, Franz-Josef Paefgen für Bentley, Richard Gaul für BMW
.
Mit den Worten "Ich genieße lieber den Blick auf die schönen Mädchen, die uns am Straßenrand zuwinken" hatte Exrennfahrer und Copilot Jacky Ickx Scheufele das Steuer ihres Alfa Romeo 6C 1750 GS überlassen. Dann brüllten die Motoren auf, und ab ging die Post!
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Dies sei zwar eine Blamage gewesen, erzählt Scheufele mit bittersüßer Miene. Aber er habe immerhin noch das Beste daraus gemacht: nämlich einen Kurzurlaub mit seiner Frau Christine in der Toskana.
Karl-Friedrich Scheufele ist ein Mann, der fast verliebt ist ins Gelingen. Niederlagen fügen ihm, so scheint es, körperlichen Schmerz zu. Als Vizepräsident und Kronprinz des deutsch-schweizerischen Luxuslabels Chopard ist er unerfahren mit derlei Widrigkeiten: Für einen wie ihn ging es bisher immer nur in eine Richtung. Aufwärts, ans Ziel.
Der Hobbyrennfahrer steht an der Spitze des weltgrößten familiengeführten Uhren- und Schmuckimperiums, das im magischen Glanz gesellschaftlicher Nobilität und unternehmerischer Solidität erstrahlt.
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