Von Karsten Langer
Auch die deutsche Chemieindustrie belegt im Bereich Forschung und Entwicklung im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz.
Rund vier Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr investiert, das sind 17 Prozent der weltweiten Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Außerdem genießen deutsche Unternehmen in zukunftsweisenden Innovationsfeldern wie der Laser-, der Nano- oder der Medizintechnik international einen hervorragenden Ruf.
Um diese Position auszubauen, bedarf es gewaltiger Anstrengungen. "Wenn wir den Vorsprung halten wollen, müssen wir immer das winzige, aber entscheidende Stückchen besser sein" sagt VDI-Direktor Fuchs.
Noch deutlicher wird Hartmut Rauen, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Branchenverbands der Maschinenbauer VDMA. "Der Wohlstand unserer Gesellschaft hängt heute mehr denn je von den Erfolgen der Ingenieure ab. Verliert Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit im Bereich der innovativen Industrien, ist die Grundlage für den Wohlstand vernichtet", so Rauens düstere Prognose.
Grund für den aktuellen Ingenieurmangel sind in den Augen von Fuchs Fehler der Vergangenheit. Vor Jahren schlossen viele Konzerne aus Kostengründen ihre Forschungsabteilungen, die Ingenieure wurden in den Vorruhestand geschickt - und damit ihr Wissen.
Außerdem entwickelte sich in Deutschland über Jahrzehnte eine ausgeprägte Technikfeindlichkeit; quasi als späte Rache der Anti-Atomkraft- und Umweltbewegung. Das Misstrauen gegenüber moderner Technik schlug sich auch in abnehmenden Studentenzahlen bei den Ingenieurswissenschaften nieder.
Um für den fehlenden Nachwuchs zu sorgen, will der Ingenieurverband schon in den Schulen für seinen Berufsstand werben: "Wir müssen bei der Lehrerausbildung ansetzten, die Faszination für das Schaffende, der Forscherdrang der Kinder muss angeregt werden", appelliert Fuchs an die Bildungspolitiker.
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