Von Karsten Langer
Hamburg - Schon seit Monaten sucht Peter Binder, Gründer und Chef des gleichnamigen Familienbetriebs aus dem südlichen Baden Württemberg.
Nicht nach einem geeigneten Grundstück für die Expansion, das hat Binder längst gefunden. Auch nicht nach neuen Märkten, denn seine Klimaschränke für Materialforscher und Brutöfen für Labore und Krankenhäuser verkaufen sich weltweit bestens.
Nach Ingenieuren fahndet er, und das händeringend und mit professioneller Hilfe. Ungezählte Suchanzeigen wurden geschaltet, Kampagnen entworfen, Recruitingmessen abgeklappert, allein - vergeblich war alle Müh'. "Zeitschriften, Fachzeitschriften, Direktansprache - die breite Schiene funktioniert heute nicht mehr. Ich finde keine Ingenieure", sagt Binder resigniert gegenüber manager-magazin.de.
Sechs Tüftler aus den Fachbereichen Maschinenbau, Thermodynamik und Regeltechnik würde Binder vom Fleck weg einstellen - wenn er sie denn fände. Aber seit zehn Monaten bleibt alles Locken und Werben vergeblich. Der Markt gleicht einer Wüste, abgegrast, öd und leer.
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Die Probleme eines "Hidden Champion"
Auch der gute Kontakt zur Technischen Universität München hat bisher nicht geholfen. Binder, der den Ruf eines "Hidden Champion" mit internationaler Ausrichtung genießt, ist Gesellschafter beim Forschungszentrum für therapeutische Medizintechnik ITEM, einer Ausgründung der Technischen Universität München.
Neun Fakultäten der TU bilden seit vier Jahren je 30 Ingenieure pro Studienjahr aus. Die meisten von ihnen haben schon vor ihrem Diplom einen Arbeitsvertrag in der Tasche. "Ein Viertel meiner Studenten macht sich selbstständig, der Rest geht auf den freien Arbeitsmarkt", sagt Erich Wintermantel, Ordinarius für Medizintechnik und ITEM-Geschäftsführer.
Vor allem im Mittelstand macht Wintermantel Berührungsängste mit den Universitäten aus: "Unternehmen, die Ingeniere suchen, sollten direkt auf die Universitäten zugehen, nicht nur auf die Fachhochschulen, die ihnen vertraut sind", rät Wintermantel. Auch Forschungsprojekte könnten in direktem Kontakt mit der Industrie verwirklicht werden. So engagiert sich der Regensburger Kunststoffspezialist Wilden erfolgreich am Institut.
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