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10.10.2005
 

Karriereberater

Vorsicht vor Scharlatanen

2. Teil: Auf Augenhöhe mit dem Kunden

Dazu zählten vor allem mittlere Angestellte in akademisch qualifizierten Berufen, etwa Ingenieure, Kaufleute, Vertriebsmitarbeiter und Juristen. An Lebenslauf oder Ausbildung allein können Kunden einen seriösen Coach allerdings nicht erkennen. Einen eigentlichen Studiengang für Laufbahnberater etwa gibt es nach Angaben der Verbände nicht. Die meisten Coaches hätten aber ein Studium der Psychologie, der Sozialwissenschaften, Pädagogik oder Betriebswirtschaft absolviert.

Etablierte Anbieter verfügten über Erfahrung im Coaching und häufig auch über eine Zertifizierung, wie sie von den großen Berufsverbänden ausgegeben wird. Für ein effektives Coaching muss aber auch die Chemie zwischen Berater und Kunde stimmen.

Ein guter Coach verstehe sich als neutraler Ratgeber und begleite den Kunden bei der Lösung eines Problems "auf Augenhöhe", sagt Bernhard Juchniewicz, Vorsitzender der European Coaching Association (ECA) in Düsseldorf. "Er ist kein Lehrmeister, sondern ein Partner, der seine Erfahrung einsetzt, um dabei zu helfen, dass jemand seine Persönlichkeit weiter entwickelt." Ob ein Vertrauensverhältnis - oder zumindest ein gutes Arbeitsverhältnis - zustande kommen kann, sei spätestens nach der ersten Sitzung klar.

"Zehn Sitzungen sind schon viel"

"Mein Bauchgefühl muss stimmen", sagt Axel Janßen. Zur ersten Sitzung sollte aber auch der Kunde Klarheit darüber mitbringen, was für ihn Anlass und Ziel der Beratung sind. Unseriös sind laut Axel Jansen unhaltbare Versprechen wie "Persönlichkeitsbildung in drei Stunden" oder "Ich mache Sie in 48 Stunden erfolgreich", die manche Anbieter bisweilen versprechen.

Aber auch wenn ein Coach Monate lange Begleitung mit wöchentlichen Sitzungen anbietet, sei Vorsicht angebracht. Ein gutes Coaching müsse nicht mehrere Monate dauern. "Zehn Sitzungen sind schon viel", sagt Bernhard Juchniewicz. Alles, was darüber hinaus geht, sei eher "ein Fall für die Therapie", so Janßen. Üblich seien ohnehin ganztägige Seminare oder mehrere Halbtagssitzungen, um Fehlzeiten im Job niedrig zu halten. Üblich sind in der Branche so genannte Anfangs- oder Vorgespräche von 30 Minuten bis zu einer Stunde Dauer.

Sie dienen dem Kennenlernen und ermöglichen beiden Seiten, Wünsche und Ziele auszuloten und die gegenseitige Sympathie abzuschätzen. Den Verbänden zufolge bieten seriöse Coaches diese Vorgespräche kostenlos an. Uwe Böning empfiehlt daher jedem, ein Konzept von zwei oder drei Coaches einzuholen. "Das ist möglich und zulässig." Und es ist angesichts der in der Branche üblichen Honorare offenbar auch unerlässlich - zumindest für den, der ein Coaching nicht von seinem Arbeitgeber bezahlt bekommt. Laut Uwe Böning liegt der durchschnittliche Stundensatz bei rund 140 Euro.

Thorsten Wiese, DPA

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