Karrieremanager magazin RSS  - Karriere - Karriere


17.05.2005
Twitter GooglePlus Facebook

Familien Schmitz/Hoffmann

Das Glück des gescheiterten Börsengangs

Von Martin Scheele

3. Teil: Warum Cargobull nicht in China investiert

"Den Sprung über den Teich wollen wir nicht machen"

Praktisch auch, dass die Sprösslinge schon aus eigener Anschauung Tiefen des Unternehmens erlebt haben. Schnell lernten sie, dass auch ein Schmitz Cargobull nicht im Überrollkäfig lebt - und sich den Folgen der Globalisierung nicht entziehen kann. So steht auf der Agenda von Vorstandschef Hoffmann das Thema Rationalisierungen ganz oben. Zwei Drittel der insgesamt 4100 Mitarbeiter - davon 650 Leiharbeiter - arbeiten in deutschen Werken - ein hoher Kostenfaktor. Sind Einschnitte geplant? Davon will Hoffmann nichts wissen. Er spricht wolkig davon, dass die "Fabriken produktiver werden müssen". Kurzeitig präsentiert sich der Unternehmensleiter als Virtuose des Unbestimmten.

  Kunden hauptsächlich in Europa:  Lkw mit Sattelauflieger von Schmitz Cargobull
Zur Großansicht

Kunden hauptsächlich in Europa: Lkw mit Sattelauflieger von Schmitz Cargobull

Das Bodenständige und Solide kehrt Hoffmann wieder heraus, als es um die Strategie für die Zukunft geht. Organisch zu wachsen ist eine der Unternehmensmaximen. Eine Expansion außerhalb von Europa geht Schmitz Cargobull so ähnlich forsch an, wie ein 90-Jähriger Führerscheinneuling seine erste Fahrt auf der deutschen Autobahn. Amerika beispielsweise nennt Hoffmann "einen interessanten Markt" um gleich jede Euphorie zu dämpfen "das Geschäft ist noch volatiler als in Europa, den Sprung über den Teich wollen wir in absehbarer Zeit nicht machen".

Und das vielerorts hochgelobte China erweist sich für die modernen Lastesel von Schmitz Cargobull als Entwicklungsland, dass Hoffmann links liegen lässt. "Die Zugmaschinen, die in China herumfahren haben das technische Niveau der 50er Jahre in Deutschland. Sie wären mit unseren Aufliegern überfordert." In Sachen Wachstum bemüht der Mittelständler aus Horstmar dann das Bild vom "europäischen Haus" des großen Europäers Gorbatschow - und kann dabei auf die große Marktmacht verweisen. Nur in Albanien und im Vatikan weht keine Schmitz Cargobull-Fahne.

Wen wunderts, dass bei einer derart unkühnen Expansionsstrategie ein Börsengang nicht vonnöten ist. Die drei Familien bleiben also bis auf Weiteres im Eigentümerkreis unter sich. An ihrer Loyalität zueinander haben sie indes keinen Zweifel: Die Anteile der Anteilseigner sind nicht mehr gepoolt - die Herren haben schlicht vergessen, den ausgelaufenen Vertrag zu erneuern.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Uni-Veteran unter Bachelorstudenten
Schlau, aber glücklich
Abschied von Frenzel
Reisekonzern Tui vor Chefwechsel
Von Rechts wegen
Und plötzlich ist die Abfindung futsch
Rangliste
Die Dax-Riesen mit den meisten Burn-out-Kranken

© manager magazin online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIO Contor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre Klinik Medführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apotheken imedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken